Ebola: Vertrauen baut man nicht auf wie ein Zelt

Shownotes

"Wenn Angehörige krank in die Stationen kommen und sie dann erst wieder von ihnen hören, wenn sie gestorben sind – und dann dürfen sie sie nicht mal beerdigen, das ist furchtbar." Mitten im Hotsport der aktuellen Ebola-Epidemie – in Beni im Osten der DR Kongo – koordinierte Theresa Berthold die Projekte von Ärzte ohne Grenzen. Dort baute sie mit ihrem Team Behandlungszentren für Ebola-Patient*innen auf – unter extrem schwierigen Bedingungen: Unsicherheit und Sorge in der Bevölkerung, gewaltsame Konflikte und eine hochansteckende Krankheit, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff oder spezifische Medikamente gab. Theresa berichtet, warum Transparenz und Dialog entscheidend sind, um Leben zu retten – und warum Vertrauen nicht über Nacht entsteht.

In dieser Episode erfährst du …

…warum die Erfahrungen aus dem Ebola-Ausbruch 2018/19 im Ostkongo bis heute nachwirken – und wodurch damals das Misstrauen der Bevölkerung entstanden ist.

…wie Ärzte ohne Grenzen aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat: Warum durchsichtige Zelte, lokale Materialien für Absperrungen und dezentrale Beobachtungszentren einen Unterschied machen.

…warum die Sterblichkeitsrate sinkt, wenn Patient*innen frühzeitig ins Behandlungszentrum kommen – und wie das Team mit Vorurteilen wie "Ihr könnt ja doch nichts machen" umgeht.

…wie ausgerechnet ein Brandanschlag auf ein Gesundheitszentrum zur Chance für Dialog wurde – und warum die Reaktion der Gemeinde Hoffnung macht.

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Wenn du noch mehr erfahren möchtest, hör auch in unsere anderen Folgen zu Ebolafieber und über die Demokratische Republik Kongo rein:



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Dieser Podcast wurde von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit Christian Conradi produziert. Redaktion und Projektleitung: Clara Schneider, Andreas Koob und Regina Bischoff. Moderation: Anna Dushime, Christian Katzer. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin. Bild: MSF

Transkript anzeigen

00:00:01: Das heißt, viele Menschen haben Familie verloren und Freunde verloren.

00:00:07: Und es macht sehr viel Angst.

00:00:08: Man versucht sich natürlich zu erklären.

00:00:33: Hallo auch liebes Publikum hier im Silent Green in Berliner Wedding.

00:00:36: Wir sind zum ersten Mal hier, das finde ich immer ein bisschen aufregend.

00:00:40: deshalb lasst uns gleich starten.

00:00:42: herzlich willkommen auch an unsere lieben Hörerinnen zu Hause.

00:00:45: mein Name ist Anna Duschimi Ich bin Podcasterin und Autorin

00:00:48: Und mein Name ist Christian Katzer, ich bin der Geschäftsführer von Erzsohnengrenzen in Deutschland.

00:00:51: Bevor wir mit der Folge heute loslegen habe ich noch Neuigkeiten zu verbreiten und zwar würde es ab dem zweiten Oktober einen Webshop geben von Erzkundengrenze.

00:01:00: da könnt ihr euch mit T-Shirts, Hoodies ein Adventskalender, Trinkflaschen eindecken.

00:01:06: Also kommt mal vorbei unter www.shop.erste-ohne-grenzen.de.

00:01:11: Und da freuen wir uns natürlich sehr wenn ihr das Shop zum einen weil es natürlich uns Einnahmen bringt und wir diese Gelder z.B.

00:01:17: Nebola Einsätzen einsetzen können und zum anderen gibt's natürlich ordentlich Leinwand in der Stadt und ihr lauft sozusagen für uns Werbung und habt was Gutes getan.

00:01:24: Was kann besser sein?

00:01:25: Yes!

00:01:26: Und unsere heutige Gästin Unsere heutige Gästin ist Theresa Bertolt.

00:01:36: Sieben Mal in unterschiedlichen Rollen im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen.

00:01:40: Ihr erster Einsatz war ins Sierra Leone bei dem verheerenden Ebola-Ausbruch in Westafrika.

00:01:47: Sie ist Anfang August aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekommen, und was sie da gemacht hat wird sie uns heute erzählen.

00:01:53: Herzlich willkommen, liebe Theresa!

00:01:59: Theresa, heute geht es ja um Ebola-Fieber.

00:02:01: Und ich denke das wissen alle die hier sitzen und die uns zuhören.

00:02:04: aber bei eBola Fieber geht es nicht nur um Isolation Schutzkleidung und medizinische Behandlung.

00:02:10: Es geht auch um Vertrauen.

00:02:12: Denn selbst das beste Behandlungszentrum hilft nur wenn Menschen den Mut finden dorthin zu kommen.

00:02:16: und dieser mut entsteht nur Wenn sie darauf vertrauen dass ihnen dort auch geholfen wird und wenn ihre Ängste ernst genommen werden.

00:02:24: Erfahrungen aus früheren Ausbrüchen zeigen wie entscheidend dieses Vertrauen ist.

00:02:29: es haben kann, wenn es fehlt.

00:02:31: Du warst ja für mehrere Wochen als Projektkoordinatorin für Ärzte ohne Grenzen in Benie im Osten der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz und dort hast du mit deinem Team mehrere Ebola-Behandlungszentren von null weg aufgebaut.

00:02:45: was ging dir durch den Kopf, als du dorthin gereist bist?

00:02:48: Wir haben Anfang ganz viel organisatorisches.

00:02:51: erst mal Was muss ich noch auf der Arbeit machen?

00:02:54: Welche Impfungen brauche ich, es ging auch super schnell.

00:02:56: Ich habe Zusage bis zur Ausreise war eine Woche dann natürlich zu Dinge welche Briefings fehlen noch genau also alles so ein bisschen Zuhause.

00:03:07: Ich wusste mit der Erfahrung von zwanzig vierzehn als ich schon im Ebola Einsatz war dass sich mir eigentlich so um ja ich wusste wie ich mich selber schützen kann und wie die Organisation mich auch schützt hat mir da also weniger Sorgen drum gemacht aber hatte auch viele Fragezeichen Ausbruchs, also zum Ausbruch geschehen zur Sicherheitslage und was mich erwartet auch wie das Team sein wird.

00:03:28: Und vor Ort als ich dann angekommen bin, wurde es nicht viel klarer.

00:03:33: Ich war mit dem ersten Team von der, ja mit einem der ersten Teams da und wir hatten dann Infos zu den Fällen die's gab aber es war unklar ob das wirklich alle Fälle sind.

00:03:46: Es gab sehr wenige Testkapazitäten, sehr wenigen Labor Kapazitäten zu dem Zeitpunkt.

00:03:50: Wir wussten nicht, wie viele Behandlungskapazitäten es gab.

00:03:54: Es war weiterhin nicht so klar.

00:03:56: Genau und dann bin ich mit einem kleinen Team ... Haben wir einen Ort ausgewählt?

00:04:01: Wo wir dachten, strategisch könnte das gut sein, wenn wir uns da platzieren.

00:04:05: Dann haben wir eine sogenannte Explomischen gemacht.

00:04:07: Das heißt man geht einfach mal hin und guckt genau!

00:04:09: Und haben geschaut, wie die Lage vor Ort ist.

00:04:11: Okay, das klingt... oder ich stelle mir das irgendwie ganz schön herausfordernd vor, du sagst ja auch dass es dann nicht unbedingt vor Ort klarer wurde.

00:04:19: Wir sprechen hier heute auch über Vertrauen und da stellt sich natürlich auch irgendwie die Frage warum eigentlich?

00:04:24: Warum gibt es überhaupt ein Vertrauensproblem wenn Ebola-Fieber ausbricht und Behandlungszentren aufgebaut werden?

00:04:29: Dann ist das doch eigentlich was Gutes und es hilft oder nicht?

00:04:33: Ja, aber man muss so ein bisschen vielleicht in die Vergangenheit gucken.

00:04:37: Und das ist mir auch immer wieder ... In den Gesprächen mit der Gemeinschaft auch gesagt worden.

00:04:41: Das ist jetzt der siebzehnte Ausbruch im Kongo und der Letzte, zwanzig achtzehn.

00:04:45: Zwanzig neunzehn war bis dahin der größte.

00:04:47: Im Beni, der Stadt wo wir dann das Projekt aufgemacht hatten, die wir hingefahren sind, waren damals, ich glaube, vierzig Prozent aller Todesfälle tatsächlich in diesem Ausbrug haben eben im Beni stattgefunden.

00:04:56: Das heißt viele Menschen haben einfach Familie verloren, haben Freunde verloren.

00:05:00: Es war eine ganz schlimme Zeit für die.

00:05:03: Erinnert mich natürlich daran.

00:05:04: Zu dem Zeitpunkt war es auch so, dass man... Und das haben ja immer wieder die Menschen vor Ort gesagt, dass wir in den Behandlungszentren oft nicht gesehen hat was passiert.

00:05:12: also man hat verwandte Freunde diesen krank geworden sind in diese Zentren reingegangen und sind tot wieder rausgekommen und macht sehr viel Angst und man versucht sich natürlich zu erklären hilft auch nicht mit dem Vertrauen.

00:05:24: Es gab auch viel Polizeipräsenz, viel Militärpräsenz zu dem Zeitpunkt.

00:05:29: Wir haben Leute gesagt, dass teilweise Patienten mit irgendwie zwanzig Autos abgeholt wurden also eine Person und es macht auch Angst und schafft keinen Vertrauen überhaupt nicht.

00:05:38: Also die Trauma sitzen doch noch tief und das hat alles einen Einfluss.

00:05:44: Ja, das kann man ja auch irgendwie ein bisschen nachvollziehen, wenn man sich... Das ist natürlich eigentlich überhaupt nicht so vergleichbar.

00:05:49: zu vergleichen, aber wenn man sich an die Corona Hochzeit erinnert wie paranoid man ja fast schon wurde.

00:05:54: Wenn jemand irgendwie gehustet hat oder so oder irgendwie Symptome hatte.

00:05:58: also stelle ich mir alles extrem herausfordernd vor.

00:06:01: Christian du hast ja auch Erfahrung mit mit einsetzen bei viralem hemorragischen Fieber.

00:06:07: Wie konnte das damals passieren?

00:06:08: Kann ich mir das erklären?

00:06:09: dass das Militärpolizei eingesetzt wurde und die Bevölkerung Angst hatte, muss man ein bisschen ausholen.

00:06:15: Ebola-Fieber hat eine sehr hohe Sterblichkeit.

00:06:17: Wir haben wenig Krankheiten, die wirklich so eine hohe Stärblichkeit haben innerhalb von kurzer Zeit Und wo es eigentlich erst mal keine Behandlungsmöglichkeiten und keine Schutzmöglichkeit gibt außer halt die Anzüge auf den Bildern immer wieder zu sehen sind.

00:06:31: Das macht natürlich total Unsicherheit bei Bevölkerungen, bei Patientinnen Aber auch bei Helfenden, beim Gesundheitspersonal.

00:06:38: Wenn wir jetzt vorstellen wie ich arbeite im Kongo in einer kleinen Gesundheitsstation und auf einmal kommen die da ein ebola Fieber und wir wissen eigentlich nur dass alle sterben.

00:06:46: also das macht total viel mit den Leuten und ich glaube diese Einordnung braucht es so ein bisschen das ist halt Panik verursacht auf allen Seiten, dass viel mit Absperrung gearbeitet wird.

00:06:57: Versucht, infizierte Menschen von Gesunden zu isolieren und eine Ausbreitung zu verhindern.

00:07:04: Also diese Maßnahmen, die da nötig sind über die wir heute noch sprechen werden... Die schafft einfach so ein Klima der Angst.

00:07:10: Und das gefällt dann auch zu, dass sich Leute verstecken, dass Patientinnen versteckt werden, dass Todesfälle nicht gemeldet werden, das Behandlungszentrum angegriffen werden.

00:07:19: und ich glaube in dem Rahmen muss man diese Eskulation sehen, Theresa, die du beschrieben hast ja?

00:07:24: Und dazu kommt noch, dass oft die Gesundheitsministerien also wenn wir jetzt im demokratischen Republik Kongo bleiben, dass sie einfach total überlastet sind ist wirklich ein gesundheitssystem was nicht gut funktioniert.

00:07:34: darauf kommt dann so eine Epidemie drauf.

00:07:36: sprich das Gesundheitsministerium, die Gesundheitsmitarbeiten können es nicht alleine machen.

00:07:40: Es braucht internationale Hilfe.

00:07:42: Da kommen Organisationen relativ viele und viele sind nicht so gut vorbereitet wie eine Grenzenhunde oder mir da auf den Schultern zu holen.

00:07:48: oder uns ist es einfach so dass dann viele Organisationen kommen, die halt finanziert werden von Staaten zum Beispiel und dann halt zum Beispiel Isolationskapazität, Behandlungskapazit oder Aufklärungsarbeit machen sollen.

00:08:00: und die Koordination zwischen diesen ganzen Organisationen passt nicht immer.

00:08:04: also das muss man ganz auf ein kritisch ansprechen.

00:08:08: Und dann kommt, was ich schon gesagt hatte gerade noch dazu, dass diese Epidemie dann auf nicht- oder schlecht funktionierenden Gesundheitssystemen kommt.

00:08:16: Sprich die Leute haben auch andere Probleme außer Ebola ja?

00:08:19: Also da ist eine Frau unter der Geburt, die unterstützt werden muss.

00:08:21: Da gibt es Kinder mit Masern und Skolerausbrüche.

00:08:24: Da gibts die ganz normalen Erkrankungen, die auch schon schlecht behandelt wären und wo die Leute jetzt merken, die wären vielleicht noch schlechter oder gar nicht mehr behandelt.

00:08:33: bringt dann so ein Konflikt in die Community, in die Gemeinschaft rein.

00:08:37: Die einfach darf zuführt, dass es zur Überreaktion auf allen Seiten kommt und das muss dann irgendwie wieder so ein bisschen runtergekocht werden und alle Seiten müssen wahrgenommen und ernst genommen werden?

00:08:48: Ich glaube auch, wenn ich das persönlich hinzufügen kann, ich glaube, dass vielleicht auch so ein Misstrauen so historisch gewachsen ist.

00:08:53: Also viele Länder, das kenne ich selber aus Ronda, die unter Kolonialherrschaft gelitten haben.

00:08:58: Da sind ja auch viele Sachen, die irgendwie ursprünglich... So und so kommuniziert wurden, wenn es ganz diplomatisch ausgedrückt.

00:09:05: Die dann ganz anders gekommen sind mit zum Teil verheerenden Folgen.

00:09:08: Und ich glaube dieses Misstrauen sitzen natürlich auch immer tief.

00:09:10: Also immer, wenn Leute von außen sozusagen involviert werden in etwas was ein Land befällt...

00:09:18: Total!

00:09:19: Vielleicht um da reinzukommen?

00:09:21: Wenn ich mich jetzt einen Vater in dieser Community reinversetze, und ja ... Ich hab ein, zwei, drei Kinder.

00:09:29: Und wenn die Fieber haben und ich ins lokale Gesundheitszentrum gehe, dann gibt's da gar nix!

00:09:34: Kein Parasitamol, keine Malarierbehandlung, kein Malariatest überhaupt nichts.

00:09:39: Ich muss alles bezahlen, drüben eine Apotheke, dahingehen wird mir was gesagt.

00:09:43: Auf einmal kommt so ne Krankheit?

00:09:45: Dann kommen hier Menschen mit anzügen.

00:09:48: Da werden auf einmal Zelte aufgebaut kann angeblich alles behandelt werden.

00:09:52: Also, dass da Fragen auftauchen und du hast in Verbindung schon zu Covid gemacht wie schwer es in jeder Gesellschaft ist das zu vermitteln.

00:10:00: also ja das liegt total nahe, dass es da Ängste gibt und Misstrauen.

00:10:05: Theresa genau dort wo du gearbeitet hast in Benin, da saßen die schlechten Erfahrungen von zwei tausend achtzehn noch tief.

00:10:12: kannst du uns da so ein bisschen mit rein nehmen?

00:10:13: Wie war als ihr da sozusagen angekommen seid

00:10:16: Als wir mit den typischen Landcruisern, die man so kennt in Autos Geländewagen angekommen sind, wurde uns tatsächlich... Du hast das passt ganz gut immer wieder hinterhergeschrieben.

00:10:27: Dass wir Ebola mitbringen also das quasi weil auch eben die Vorurteile da waren dass quasi Organisationen Ebola mitbringen, um sich zu bereichern.

00:10:35: Also das hat man direkt gemerkt, ist direkt angesprochen worden auch in den Besprechungen mit den Akteuren, mit denen ich dann gesprochen hatte.

00:10:42: also... Man hat schon gespürt, dass die Stimmung angespannt war.

00:10:46: vielleicht zur Ebola-Situation.

00:10:49: Ich habe es gerade gesagt wir hatten kaum Daten Es gab wenige Fälle, ich glaube fünf Fälle hatte ich nochmal nachgeguckt Hatten wir zu dem Zeitpunkt alle schon verstorben.

00:10:57: Das bedeutet, dass wir einfach, dass diese Leute nicht in die Gesundheit Zentren wahrscheinlich gegangen sind oder viel zu spät.

00:11:04: Das Labor war ca.

00:11:06: zweihundertfünfzig Kilometer weit weg, es waren eine zweitages Reise gewesen.

00:11:10: ganz viele Tests sind ausgestanden das heißt wir wussten eigentlich nicht ganz also wie die Lage dann wirklich ist.

00:11:15: Und Beni selbst.

00:11:18: So eine Stadt mit hunderttausend Einwohnern ungefähr, so ein bisschen wie Koblenz, so groß... Die liegt an einer ganz wichtigen Route und zwar geht die im nördlich Richtung Ituri da wo jetzt auch dieser große, also sich der Ausbruch konzentriert hat in den letzten Monaten südlich richtung Butembo.

00:11:35: das ist ne wichtige Handelstadt, es war wirklich wuselig!

00:11:38: Es war viel los.

00:11:39: viele Menschen sind dadurch gereist durch Beni Genau.

00:11:43: Das heißt, da war viel Bewegung in der Stadt.

00:11:44: einfach auch zusätzlich ungefähr hundert Kilometer südlich ist eine Front das heißt man hat auch viele Truppenbewegungen eben in der statt Die Stadt Selber, in twenty-fünfe und zwanzig gab es Ingoma der Hauptstadt von Nordkivu einen Machtwechsel.

00:12:00: Und die Regierung, die da vorher war Ingoma hat sich jetzt quasi den Sitz im Beene.

00:12:05: Das heißt das war auch eine wichtige politische Stadt.

00:12:08: War aber militärisch regiert.

00:12:09: Das heisst der Gouverneur war Militär, Bürgermeister waren Polizei war auch sehr angespanntes Verhältnis von der Bevölkerung.

00:12:16: Zu diesem Zeitpunkt, zwanzig-fünfundzwanzig sind viele Menschen nach Beni geflüchtet vom Goma.

00:12:21: Das heißt wir hatten zusätzlich zu diesen hunderttausend Einwohnern eben noch mehr Binnenflüchtlinge und im Umkreis zu guter Letzt in den Randgebieten von Beni und drumrum sind bewaffnete Gruppen aktiv die immer wieder Massaker auf die Zivilbevölkerung ausüben.

00:12:36: Und das ist teilweise wöchentlich passiert als wir dort angekommen sind.

00:12:41: Es sind viele Menschen gestorben und als Reaktion darauf gab es dann in der Stadt immer wieder Demonstrationen.

00:12:47: Eben gegen die Regierung, gegen die Autoritäten, die sich eben nicht in den Augen der Menschen genug gekümmert haben.

00:12:55: Das heißt war angespannt eine angespannte Situation da nicht nur im Ausbruchsgeschehen oder beziehungsweise was wir vermutet haben sondern eben auch sicherheitstechnisch und politisch.

00:13:06: Also das klingt ja nicht nur medizinisch komplex sondern auch politisch sozial Sicherheitstechnisch auch.

00:13:13: War das ein großes Thema für euch?

00:13:15: Auf jeden Fall!

00:13:16: Christian hat es schon total schön beschrieben, also Ebola ist nur ein Teil der Krise.

00:13:21: wir haben einen Konflikt, der andauert Genau, wir haben die Sicherheitssituation mit den Massakern an der Zivilbevölkerung.

00:13:31: Wir haben Krisen in der Gesundheitsversorgung.

00:13:33: Als ich angekommen bin hat gerade die Malaria Zeit angefangen also in dem was trifft auf ein Gesundheitssystem das sowieso schon nicht genug Ressourcen hat.

00:13:41: Also es ist genau nur ein Teil und ist nicht einfach.

00:13:45: Also es klingt, finde ich auch irgendwie total schwierig oder noch erschwerter sozusagen in diesem Umfeld dann etwas von null aufzubauen.

00:13:53: Oder überhaupt aufzubauern und was vorzuführen, was schon irgendwie in Ansätzen da war.

00:13:59: Was waren denn so konkret deine ersten Tätigkeiten als du da warst?

00:14:02: Wir

00:14:02: haben uns erstmal einen Überblick verschafft also einmal geschaut was gibt's denn überhaupt und wir haben sehr viele sehr motivierte Menschen die im Gesundheitssystem gearbeitet haben getroffen, viel gearbeitet haben und versucht haben irgendwie mit der Situation umzugehen.

00:14:20: Genau, haben aber auch gefunden dass es oft auch schon also zum Beispiel bei der Kontaktnachverfolgung hatte sich das Team die hatten ist ja nicht der erste Ausbruch in dem wir gearbeitet Haben.

00:14:31: sie haben sich ein gutes System überlegt Es war aber papierbasiert Und Sie hatten auch keinen Treibstoff und keine Motorräder mit denen sie dann die Kontakte ordentlich nachverfolgen konnten.

00:14:39: Das heißt ein System gebaut, was gut war.

00:14:43: Aber wir haben dann noch unterstützen können mit Dingen wie Treibstoffmotor oder Laptops damit man es auch einfach digitalisieren kann, damit man's besser teilen kann.

00:14:51: Genau also da haben wir erst mal angefangen zu gucken okay wo sind einfache Dinge die wir unterstützen können?

00:14:57: Im Krankenhaus im lokalen großen Krankenhaus hat sein Schutzkleidung gefehlt aber nicht der Schutz Kleidung die man so kennt die gelben Anzüge sondern tatsächlich auf der Geburtenstation gab es keine Handschuhe.

00:15:09: Das waren auch solche Dinge, wo wir damit angefangen haben und erst mal da unterstützt haben.

00:15:15: Genauso wie wir dann im Krankenhaus ein Triage-System eingeführt haben.

00:15:21: Wir gucken, dass Menschen die Symptome von Ebola haben nicht mit den normalen Patienten, die ihm keine Symptomen haben zusammen reingehen, damit wir das Risiko einer Ansteckung verkleinern.

00:15:34: Alle ersten Dinge, die wir gemacht haben.

00:15:37: Die Kontaktnachverfolgung war dann das was wir auch als Allererstes gemacht haben weil immer noch nicht klar, wie viele Fälle sehen wir denn überhaupt finden?

00:15:44: Sehen wir alle... die sich angesteckt haben und die verstorben sind, haben die weitere Personen angesteckt oder nicht?

00:15:51: genau da erstmal ganz viel dran gearbeitet das eben zu unterstützen.

00:15:56: Und dann als nächstes oder parallel ist alles gelaufen, haben wir dann geguckt okay welche Kapazitäten gibt es denn schon um Patientinnen und Patienten zu isolieren und zu behandeln.

00:16:05: Dann haben uns überlegt wo könnte man diese Kapazität unterstützen?

00:16:10: Wo muss was renoviert werden?

00:16:11: Wo kann man eben Isolationsstationen oder Beobachtungsstationen aufbauen?

00:16:15: Wo Menschen die ein Verdachtsfall sind für die Ebola-Krankheit erst mal isoliert werden können und warten können auf ihr Testergebnis.

00:16:23: Das war so die Aktivitäten.

00:16:25: Und für mich als Projektkoordinatorin hieß es vor allem auch Gespräche führen.

00:16:33: Erst mal gucken, also die Menschen, die Bürgermeister, die Menschen in der Gemeinde treffen Frauengruppen.

00:16:41: Es ist eine unglaublich gut organisierte Zivilgesellschaft vor Ort.

00:16:45: Also das heißt mit denen sich treffen und einfach mal hören Wie empfinden die die Situation?

00:16:51: Was wünschen sie sich?

00:16:52: und ja auch viel zuhören, genau.

00:16:54: Es war habe ich gemacht als Bredkoordinatorin mit meinem Team und aber auch unsere Gesundheitsaufklärungsteam, die auch unglaublich viel einfach Menschen getroffen haben und zugehört haben.

00:17:03: Und was konnte dir in den Gesprächen herausfinden?

00:17:06: Konnte der Verdacht sozusagen das ist da viel Misstrauen vielleicht sogar auch Angst irgendwie herrscht, konnte sich dieser Verdacht erhärten?

00:17:13: oder wie habt ihr die Menschen vorgefunden?

00:17:16: Die Gespräche, die Leute waren sehr ehrlich und haben das sehr offen angesprochen.

00:17:20: Es war aber gut!

00:17:22: Mit so was kann man dann umgehen und arbeiten.

00:17:25: Ganz konkret wurde benannt, dass beim letzten Mal Organisationen einfach gekommen sind und Projekte aufgebaut haben und nicht mit den Leuten gesprochen haben.

00:17:32: Dass sie sich nicht vorgestellt haben zum Beispiel bei dem Bürgermeister eines Viertels oder der Gemeindevorsteher.

00:17:37: Dass die nicht mit Menschen, Nachbarn mal gesprochen haben... der aufgebaut hat, nicht wusste was passiert da.

00:17:44: Nicht mitgenommen wurde und das einfach nicht gut fand verstehe ich auch sehr gut Genau.

00:17:52: Am Anfang hat es kurz angesprochen, dass die Angehörigen nicht gesehen haben was passiert oder die Freunde in diesen Behandlungszentren.

00:17:59: Dass man nicht weiß, was genau mit den Menschen, mit dem Patientinnen und Patienten da drin passiert.

00:18:03: Das war auch wirklich wichtig war Militärpolizei hatten wir schon besprochen.

00:18:10: Ganz oft gehört das sie einfach wollen, dass Ebola wie jede andere Krankheit behandelt wird Aufbaut rumrum, genau.

00:18:18: Und was auch immer wieder gesagt wurde und da haben wir dann unsere Strategie auch so ein bisschen drumherum gebaut ist das man näher zu Hause auch behandelt werden möchte also dass man vielleicht eben auch nicht sich das leisten kann in einen Behandlungszentrum was vielleicht zehn Kilometer weit weg ist zu fahren sondern dass von den Menschen die man sowieso schon kennt in seinem Gesundheitszentrum gerne auch in der Nähe von seinem Zuhause behandelt werden möchte.

00:18:41: Alles

00:18:42: sehr menschlich und nachvollziehbar, ne?

00:18:45: Genau, finde ich auch!

00:18:46: Und das Letzte was sich auch super spannend fand war dass man nicht erinnert werden wollte auch visuell an den letzten Ausbruch und dieser Orangene Zaun zum Beispiel, den wir kennen wurde uns mehrmals gesagt, dass sie sich wünschen, sehr erinnert an die Zeit, an den großen Ausbruch von zwanzig, achtzehn, zwanziger.

00:19:09: Aber

00:19:09: das ist ja auch kommunikativ glaube ich total spannend für euch irgendwie als Organisationen das mal mitzunehmen also Dinge die eigentlich gut gedacht sind dass sie dann vielleicht unter Umständen aus vielen verschiedenen Gründen gar nicht so gut ankommen und dass man da sozusagen offen bleibt um das Feedback mit zu nehmen.

00:19:27: Und auch fand ich den Punkt total spannend den du gesagt hast dass sie genug davon hatten.

00:19:38: Das war ja bis vor nicht allzu langer Zeit der Grundgedanke auch bei Entwicklungszusammenarbeit wie es dann irgendwann hieß, aber Entwicklungshilfe früher.

00:19:47: dass man dann einfach hingekommen ist und es besser wusste, das überhaupt nicht notwendig war.

00:19:51: Es schwingt so eine westliche Aroganz, glaube ich auch mal mit, wo es finde ich gut tut zu merken, dass es nach und nach abgelegt wird und dass man da mehr auf Augenhöhe unterwegs ist.

00:20:01: Gab's denn Dinge die neu waren im Gespräch, die rausgekommen sind, mit denen du nicht gerechnet hattest oder dich überrascht haben?

00:20:08: Ich glaube, ganz neue Dinge waren nicht dabei.

00:20:12: Man hat das wirklich groß aufgearbeitet.

00:20:16: Ich hatte viele Berichte gesehen und viel mit Menschen gesprochen oder Kolleginnen und Kollegen, die eben im vorherigen Einsatz in den letzten Jahren auch vor Ort waren.

00:20:26: Das ist vielleicht mit dem orangenen Zaun.

00:20:27: Das hat mich überrascht.

00:20:28: Ich hätte nicht gedacht, dass es so triggert.

00:20:31: Deswegen war das spannend.

00:20:35: gut auch zu hören und das umzusetzen.

00:20:38: Wir werden ja alle von anderen Sachen getriggert, also die Gemeinde in Beni offensichtlich vom orangeen Zaun.

00:20:44: Und auch da wieder... Ich glaube es geht dann immer darum zwischen Transparenz auf die Patientinnen eingehen, auf die Communities eingehen und die Schnelligkeit.

00:20:53: Das geht halt schon auch darum Patientinnen zu schützen, Mitarbeiter zu schützen und da erst mal relativ schnell eine Barriere zu schaffen.

00:21:00: Weil wir auch nicht wissen wer ist jetzt Ebola-positiv?

00:21:04: Und wer hat einfach nur ein Fieber?

00:21:07: Wir haben ja gerade am Anfang des Ausbruchs in einem chirurgischen Projekt was wir in Nordkivo hatten.

00:21:13: Haben wir dann auf einmal von einen Tag auf den nächsten der Ausbruch wurde deklariert davor gesagt okay jetzt kommen da zwei Kinder.

00:21:18: die sind beide von Granatspultern verletzt und haben beide Fiebers.

00:21:23: Was machen wir denn jetzt?

00:21:24: Dann laufen natürlich die Telefone heiß, in der Hin und Her wird versucht das Team vor Ort zu beraten.

00:21:29: Was kann gemacht werden was kann nicht immer gemacht werden?

00:21:31: und vor dieser Herausforderung Patientinnen unterstützen gleichzeitig Personal schützen?

00:21:36: da spielt die Zeit eine Riesenrolle her und zum Anfang sind wir halt schnell und versuchen halt die Leute von dem ihr wissen dass sie positiv oder verdacht auf Ebola-Fieber haben zu isolieren und dann später darauf einzugehen.

00:21:47: und diese Transparenz ist extrem wichtig.

00:21:49: wenn ich jetzt zurückdenke an an einer meiner ersten Einsätze, auch um Ebola-Fieber herum.

00:21:54: Da waren noch nicht die Ressourcen so viel da.

00:21:55: Ja, da waren wir oft ein Team mit einer medizinischen Person, einer pflegenden Person und eine anderen Person.

00:22:02: Also waren wir zu dritt international und haben vielleicht noch zehn Leute vor Ort eingestellt und haben fünf bis sechs Patienten gleichzeitig behandelt und den ganzen Tag rum.

00:22:09: Also das sind ja Fröhe in die Sylytische Sturz rein.

00:22:11: Und wenn man halt frische Luftbrot ist mal kurz mal raus hat sich neu wieder angezogen.

00:22:14: jetzt ist zum Beispiel so dass wir so viele Ressoursen aufbauen, dass jede Person maximal eine Stunde, vielleicht anderthalb Stunden in den misolischen Zentrum arbeitet und dann rauskommt, eine lange Pause macht also auch der Personalschlüssel viel höher ist.

00:22:26: Und natürlich damit für die Patientinnen viel besser ist.

00:22:28: ja wir haben wirklich viel gelernt über die Jahre immer wieder uns da von der von den Communities beraten lassen und trotzdem es ist immer dieser zwischen Ja, zeitlicher und Ressourcenverfügbarkeit.

00:22:38: Und auf die Patientinnen eingehen?

00:22:40: Ich glaube jetzt bei dem jetzigen Ausbruch von dem was ich sehe ist es ganz klar ein Versuch um wirklich sehr individuell vorzugehen.

00:22:46: wir haben in einem großen Ausbruchs in Westafrika zum Beispiel für diese Zelte, die wir immer benutzen so einen Extraseitenwand entwickelt, die halt aus transparenter Folie ist wo einfach auf der Innenseite steht das Bett mit den Patienten und auf der anderen Seite können Angehörige stehen.

00:23:03: Man

00:23:03: kann sich sehen.

00:23:05: Das schafft natürlich eine Transparenz, die da möglich ist.

00:23:08: Ich habe jetzt Fotos gesehen, wo man sich einen kleinen Bungalow vorstellen kann mit so einer großen Veranda davor, wo auch die Patientinnen der Patienten rausgehen können und kommunizieren kann mit den Leuten.

00:23:20: Trotzdem ist es oft so, dass es viel Stigma gibt.

00:23:24: Da sprechen wir nachher noch mal drüber und wir halt dann schon viel Aggressivität sehen.

00:23:29: Du hattest gerade beschrieben, dass die Leute sagen ihr bringt das doch mit?

00:23:32: Und wir haben natürlich auch Fälle gehabt, sowohl mit dem jetzigen Ausbruch in diesem Jahr als auch das Behandlungszentrum angegriffen werden.

00:23:40: Dass Patienten denn befreit werden also im Sinne von Wir wollen da jemand raus und befreien ist nicht unbedingt im Sinne der Patientinnen aber zerstört viel.

00:23:50: und spätestens dann wissen wir dass wir was überhört haben.

00:23:53: ja und deswegen der Versuch immer frühzeitig zu sprechen, die Leute mitzunehmen und trotzdem den größtmöglichen Schutz für die Patientinnen und fürs Personal zu ermöglichen.

00:24:03: Und gleichzeitig halt auch das was wir vorhin schon mal gesagt hatten... Die Leute sind ja weiter krank!

00:24:08: Die brauchen trotzdem ärztliche Betreuung und das nicht zu vergessen dass es auch diesen anderen medizinischen Bedarf gibt.

00:24:15: Das sind ja echt viele Bälle in der Luft das einzige Bild was mir einfällt.

00:24:20: aber ich stelle mir das total schwer da manchmal irgendwie so den Überblick zu behalten.

00:24:27: Und ich glaube, da ist es auch bestimmt auch besonders wertvoll dann mit Ebola-Überlebenden aus vorherigen Krisen sozusagen zu sprechen und du hast ja auch das angedeutet dass du dich mit einer Gruppe von Ebola überlebenden von zwei tausendachzehn getroffen hast.

00:24:41: Genau!

00:24:42: Das war eine der letzten Treffen die ich hatte aber super berührend und total wertvoll für uns.

00:24:49: Wir hatten uns der Gruppe besprechen wollen, um zu hören wie die Behandlungen bei uns empfunden hatten und was gut gelaufen ist aber auch nicht.

00:25:00: Es war teilweise schwierig zu hören weil wir uns schon gedacht haben verstehe ich komplett dass es nicht gut war.

00:25:08: genau aber auch auch gut einfach weil wir das dann direkt an die Teams die gerade eben auch weitere Zentren Behandlungszentren aufgebaut haben weitergeben konnten Auch mitnehmen konnten in die Behandlung.

00:25:21: Und was ich auch noch vielleicht, weil du Überlebende gesagt hast ... Wir sprechen von Überlebenden, die nicht Genesene, weil viele auch weiter mit Symptomen kämpfen.

00:25:32: Einige von den Personen, die wir getroffen hatten, hatten immer noch Kopfschmerzen oder hatten das ganz lange einfach noch danach mit psychologischen Problemen zu kämpfen.

00:25:41: Und eben Traum hatte aus der Zeit.

00:25:43: deswegen ... Wollte ich noch kurz erzählen?

00:25:46: Diese

00:25:46: psychologische Prüfung ist echt ein wichtiger Punkt.

00:25:49: Lass mich da einhaken!

00:25:50: Wenn die Menschen Ebola-Fieber überlebt haben und dann entlassen werden können, dann versuchen wir halt schon die bestmöglichsten Stütze und bauen zum Beispiel solche psychologischen Behandlungszentren auf.

00:26:02: Zum Beispiel auch in Mongvalo, das ist nördlich von Beni Und unser Kollege Patrick Nkunda-Yuga ist dort Gesundheitsberater im Eberbehandlungscentrum und er hat uns mal erzählt wie das vor Ort abläuft.

00:26:17: In der Nachsorge-Klinik betreuen wir Menschen, die Ebola überlebt haben auch nach ihrer Entlassung weiter.

00:26:23: Die Sprechstunden finden immer Dienstags und Freitags statt.

00:26:26: Bevor die Patientinnen und Patienten das Behandlungszentrum verlassen, bekommen sie einen Termin, damit sie zwei Wochen später zur medizinischen und psychologischen Nachsorge wiederkommen.

00:26:35: Manche erleben nach ihrer Rückkehr nach Hause Ausgrenzung oder Stigmatisierung.

00:26:39: Deshalb ist auch die psychologische Begleitung in der Gemeinde sehr wichtig.

00:26:43: Sie hilft den Betroffenen dabei, und ihren Platz in der Gemeinschaft zurück zu gewinnen, nachdem sie Ebola überlebt haben.

00:26:52: Genau also um gegen diese Stigmatisierung anzugehen, haben wir uns ein paar Sachen überlegt und sind jetzt relativ standard.

00:26:58: In so Ebola-Ausbruchen zum einen kriegen alle Menschen so ein Zertifikat ja?

00:27:02: Das ist halt wirklich Ja!

00:27:04: Ich hatte Ebola und ich habe das überlebetet.

00:27:06: Das hilft wirklich den Gemeinden sehr und außerdem versuchen wir immer ein kleines Festzumachen wenn da PatientInnen entlassen werden.

00:27:13: Da wird gesungen, es wird.

00:27:14: wir umarmen die Leute ja.

00:27:16: Dass sie halt wirklich sehen hey ist keine Ansteckung mehr.

00:27:18: man kann Körperkontakt haben wieder und versuchen das ganz laut zu machen.

00:27:24: wie das konkret aussieht möchten wir euch jetzt mal zeigen und zwar hat unsere Kollegin Florence Baginio die auch an Ebola Fieber erkrankt war hat uns das erzählt.

00:27:33: Sie arbeitet in Mongvalo in der Buchhaltung und hat mit uns ihre Geschichte geteilt.

00:27:42: Meine kleine Schwester rief mich an und sagte mir, dass es ihr schlecht geht.

00:27:46: Ich stieg sofort aufs Motorrad und fuhr zu ihr.

00:27:49: Sie lag auf dem Boden und erbrach sich.

00:27:51: Zuerst wollte sie nicht ins Krankenhaus – aber dann konnte ich sie doch überzeugen!

00:27:55: Doch

00:27:55: es war zu spät.

00:27:56: Meine kleine Schwestern starb.

00:27:58: Zwei Tage später bin ich auch krank geworden.

00:28:01: Ich bekam

00:28:01: seltsame Symptome.

00:28:02: Mein ganzer Körper schmerzte und ich hatte ein schwächer Gefühl.

00:28:06: Dann fiel der Ebola-Test

00:28:07: positiv

00:28:08: aus.".

00:28:08: Bis

00:28:09: heute war ich im Krankenhaus.

00:28:11: Zum Glück habe ich die Krankheit

00:28:12: überlebt.".

00:28:22: So viel weiß ich.

00:28:43: Also

00:28:43: es gibt verschiedene Viren oder Viren Spezies, die das Ebola-Fieber auslösen und das sind hauptsächlich das drei Viren.

00:28:52: Bei diesem Ausbruch jetzt in der Democratic Republic Kongo ist es das Bundy Bujjo Virus.

00:28:56: bei dem früheren Ausbruchs in Westafrika im Jahr zwanzig vierzehn, zwanzich fünfzehn war zum Beispiel das Ebola Virus was früher auch unter Serirevirus bekannt war.

00:29:05: Stimmt ja

00:29:06: Und letztendlich hat die internationale Gemeinschaft total viel dazugelernt.

00:29:10: Also leider nicht ausreichend, weil wir hätten uns auch auf diesen Ausbruch gut vorbereiten können, weil als Weltgemeinschaft wissen dass es diese drei Viren gibt.

00:29:20: Aber für das Bundy-Budgy-Virus wurde halt leider die Forschung irgendwann eingestellt.

00:29:25: Und daher ist jetzt im Moment, gibt es im Moment keinen zugelassenen Impfstoff und auch keine Medikamente um dieses Virus direkt zu behandeln.

00:29:34: Warum wurde das eingestellt?

00:29:35: Weil's nicht lukrativ genug war?

00:29:36: Ja ich glaube, zwei Sachen sind nicht lakrativ für die Pharmafirma an Prinzellen und ich glaube dass auch viele westliche Regierungen dann so ja da sparen wir halt ein bisschen Geld und es kommt auch nicht unser Bevölkerung direkt zugute.

00:29:46: Das ist ja so ein bisschen Lokalpatriotismus kennen wir ja auf gut hier in Deutschland und jedenfalls wurde die Forschung eingestellt.

00:29:53: Und jetzt, wo dieser große Ausbruch ist wird es natürlich mit Hochdruck wieder angeleiert.

00:29:59: Wir sehen vor Ort klinische Studien sowohl für Impfstoffe als auch für Medikamente und wir als Ärzte im Ganzen beteiligen uns auch wie auch schon in dem Ausbruchs von den Studien an diesen Studien weil genau besonders die Impfstoffen und die Behandlungsmöglichkeiten damals den Ausbrug dann beendet Konnte beendet werden.

00:30:18: Also wir können es so vorstellen, dass im Moment wirklich ist ja ich weiß erst einmal mit Ebola-Patientinnen in Kontakt in zweitausend.

00:30:26: das ist wie vor sechsundzwanzig Jahren das.

00:30:28: Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit Keine Diagnose dauert mehrere Tage.

00:30:32: du hast von der von gesprochenen Test wird gemacht Dann wurde ins Auto gepackt dann wird er zwei tage durch die Gegenge fahren Dann gab's jetzt in diesem Jahr eine Maschine Die konnte ein test nach dem nächsten machen.

00:30:43: Ja immer uns und test dauern auch nur mindestens eine halbe Stunde oder so was, ja.

00:30:47: Und dann wird das Ergebnis per Telefon also zwei drei Tage bis Ergebnis.

00:30:51: aber jetzt können wir uns noch mal vorstellen da komme ich jetzt wieder mit als der Vater mit meinem Fieber in Kind sind es Behandlungszentrum die sagen okay Fiebergkind Diagnose aus der Gemeinde gibt's vielleicht Ebola-Fälle, Ebola-Verdachtswelt ok wird das Kind isoliert ohne Eltern und dann stellt sich drei Tage später raus Ovan Masan, hätten man ja vielleicht behandeln können?

00:31:13: Also da braucht ganz stark Diagnostiker, die einfach viel schneller funktionieren.

00:31:17: Das hat im Jahr zwanzig vierzehn-fünfzehn in Westaprika schneller funktioniert.

00:31:20: und dass wir Gesundheitsmitarbeitende und Familien drum herum als mich als Vater da kommt Verdacht Ebola kriegt erst mal eine Impfung, die funktioniert.

00:31:27: Und das haben wir alles noch nicht.

00:31:28: der Impfstoff, der damals benutzt wurde Der scheint ganz gut zumindest von einem Tödlichen Verlauf zu schützen Heißt aber nicht, dass es trotzdem die Leute krank werden.

00:31:39: Und da brauchst du dringend noch einfach einen besseren Impfstoff und bessere Medikamente.

00:31:44: Aber fragen euch die... Also weiß ich jetzt nicht wie transparent das kommuniziert, aber fragen euch dann die Leute nicht warum sie überhaupt ins Behandlungszentrum kommen sollen wenn's jetzt nicht so richtig klar ist ob was gemacht werden kann?

00:31:58: Die Menschen, die schwer krank sind, fragen nicht mehr so viel.

00:32:00: Sie sind wirklich sehr krank.

00:32:02: Aber natürlich Angehörige oft und da können wir schon sagen, wir können medizinisch ein bisschen was machen.

00:32:08: Wir haben auch über die Jahre gelernt.

00:32:09: also wenn ich jetzt wieder zurückdenke an den ersten Kontakt hatte wo wir fast gar nichts über die Krankheit wussten wir wirklich wenig mal konnten.

00:32:17: Wir wissen, dass wir dem Körper viel Flüssigkeit zuführen können.

00:32:21: das ist absolut unterstützt und hilft so dass wir natürlich dann Flüssigkeitszuführung, Flüssigkeiten zufühlen.

00:32:28: Das hilft total!

00:32:29: Wir können Schmerzen lindern ja mit Schmerzmitteln wir können versuchen das Fieber anders zu senken wir können Durchwandererbrechen behandeln also wir können den Körper letztendlich unterstützen dieses Virus selber zu bekämpfen.

00:32:43: Also, dass der Körper jetzt nicht alleine machen muss?

00:32:44: Genau und das es funktioniert ist zeigen dann auch die Zahlen die Leute die dann rechtzeitig behandelt werden können.

00:32:50: Deswegen sprechen wir vom Isolationsbehandlungszentrum, da ist die Überlebenschancen, die steigt dann dramatisch.

00:32:56: Dass wir so hohe Sterblichkeitszahlen und viele Todesfälle im Moment sehen liegt sehr wohl daran dass immer noch die Leute viel zu spät kommen.

00:33:03: Viel zu späht diagnostiziert werden weil halt die Nachverfolgung nicht richtig funktioniert, weil wir viel zu Spät wissen wer es denn überhaupt infiziert wenn es in einer guten nach Verfolgungskette funktioniert, sodass wenn jetzt wieder bei dem Beispiel mit meinem Kind.

00:33:20: Das Kind positiv wäre, dann würde mein Name auf der Liste kommen und alle in dem selben Haushalt eine Liste kommt und wir würden täglich besucht

00:33:28: werden.".

00:33:29: Und dann wird natürlich sofort, oh mir geht es heute nicht so gut kaufen lassen?

00:33:31: Alles klar!

00:33:32: Kommen doch ins Behandlungszentrum, machen mal Test und behandeln dich und dadurch kann halt so ein Ausbruch eingedämmt werden.

00:33:41: Da braucht es halt viele Gespräche, viel Aufklärung und wirklich Verständnis in dem ganzen Umfeld.

00:33:47: Also wir haben das jetzt auch schon ein paar Mal angesprochen.

00:33:49: Das ist ja der siebzehnte Ebola-Ausbruch in der demokratischen Republik Kongo.

00:33:54: da ist ja schon viel Wissen und Erfahrung in der Bevölkerung verankert.

00:33:59: Auch trotz der zwischenzeitlich ungünstigen Kommunikationslage sage ich mal kann man darauf zurückgreifen?

00:34:06: oder

00:34:08: Also das, was du erzählt hast auf alle Fälle.

00:34:09: Ja, das rum wenn ich jetzt wieder zurückdenke Covid-IX ja da habe auch viel Wissen in der Bevölkerung wurde trotzdem dann darauf gehört Was WissenschaftlerInnen was MedizinerInnen gesagt haben Habe nicht ganz so wahrgenommen.

00:34:24: also von daher Auch wenn die Erfahrung da ist wenn es wissen da ist Wenn es Wissen geteilt wird Dann braucht's dann doch immer noch den Schritt.

00:34:30: oh Ich und meine Familie Wir sollten uns jetzt auch daran halten zum Beispiel.

00:34:35: Kein Kontakt bei der BDR die Jugend nicht nochmal alle umarmen, sondern halt so ein bisschen mit Abstand.

00:34:41: Ja das kennen wir alles von Covid und von da ist echt schwierig.

00:34:44: Und plus dazu kommt dann noch wieder diese Szene, die ich ja vorhin beschrieben habe.

00:34:48: Jetzt komme ich mit meinem Kind zu dem Behandlungszentrum und er sagt okay ja Ebola Verdachtsfall Sie bleiben hier und das Kind kommt mit und gehe ich freiwillig dahin und sage ok es kann jetzt passieren dass mein Kind von mir getrennt wird.

00:35:00: also da brauchst du wirklich nochmal viel Aufklärungsarbeit und viel Transparenz.

00:35:05: Dann haben wir gesagt, okay dann müssen wir ja Eltern und Kind trennen.

00:35:09: aber mit dieser Plastik-Glas kann man da sein, kann man sprechen, kann kommunizieren und zumindest über diese Barriere da sein Und vor allem können wir damit Gerüchten vorbeugen.

00:35:24: Ja, du hattest das ja auch dieses Gerücht?

00:35:25: Wir bringen Ebola wird mitgebracht von den Organisationen oder Gerüchte dann sie hat er wird dann blut abgezapft also auch wieder Covid gefühl ich mich total erinnert.

00:35:35: da gibt es dann ja der wird an Blut abge zappt oder die Organe von den Kindern irgendwie gehandelt.

00:35:39: und um dem vor zu beugen viel Transparenz und wie wer das versuchen oder wie das dann rüber kommt erzählt uns Gina Nyango.

00:35:47: Gina war Patientin in einem Behandlungszentrum in Elikia in Bunja.

00:35:54: Zu

00:35:54: Hause machen Gerüchte die Runde, dass man den Menschen etwas spritzt, das sie tötet.

00:35:59: Dass das Pflegepersonal im Ebola-Behandlungszentrum Menschen tötete.

00:36:03: Aber wenn das der Fall wäre, wäre

00:36:05: ich schon tot!

00:36:06: Doch ich bin auf dem Weg der

00:36:07: Besserung.".

00:36:15: ein

00:36:22: gutes Kommunizieren und wie so eine Zusammenarbeit aussehen kann, um genau diesen Gerüchten entgegenzuwirken.

00:36:28: Genau!

00:36:29: Und dafür haben wir Kolleginnen die das machen.

00:36:32: zum Beispiel der Kollege von Auguston Ngonadosa.

00:36:36: er ist eigentlich Mathematiklehrer und arbeitet als Gesundheitsberater für Erzonengrenzen in Mongvalo.

00:36:43: Er erzählt uns, wie seine Arbeit aussieht.

00:36:49: Meine Aufgabe ist es, innerhalb der Gemeinschaft das Bewusstsein für die Ebola-Viruserkrankung zu schärfen.

00:36:54: Durch meine Arbeit versuche ich die Menschen zu erreichen und über Ebola zu informieren – dass sie real ist, dass sie töten kann aber auch wie sich die Menschen vor Ebola schützen können.

00:37:05: Es ist schwierig wenn nicht den Tod von Angehörigen verkünden muss.

00:37:08: wir leisten dann psychologische erste Hilfe.

00:37:11: Dafür haben wir Strategien gelernt, wie wir das würdevoll und behutsam machen können.

00:37:16: Und auch, wie die Angehörigen beruhigen und für sie da sein können – Das ist es was wir

00:37:20: tun.".

00:37:34: Okay, aber davon mal abgesehen.

00:37:35: Theresa du hast ja auch gesagt dass es auch ein wichtiger Teil deiner Arbeit war auch sogar mit das erste was Du gemacht hast erstmal zuzuhören Und mit Menschen und mit Gruppen auch ins Gespräch zu kommen.

00:37:47: Ist dir da ein Gespräch oder einen Mensch oder eine Situation besonders in Erinnerung geblieben?

00:37:51: Ja, auf jeden Fall.

00:37:53: Christian, du hattest es vorhin schon angesprochen, dass ja auch teilweise Gesundheitszentren angegriffen wurden.

00:37:59: Tatsächlich ist uns das auch passiert.

00:38:01: relativ am Anfang als wir ... Das hatte ich noch gar nicht erzählt.

00:38:05: Wir haben dann dezentrale, also in der Gemeinde existieren Gesundheitszentrum-Isolationsstationen aufgebaut Und während wir eine noch renoviert haben, ist eines der Zimmer in Brand gesetzt worden.

00:38:16: Nachts.

00:38:17: Genau es wurde niemand verletzt.

00:38:19: Es war auch Gott sei Dank nur ein bisschen verbrandt so dass wir das relativ schnell wieder auf Vordemann bringen konnten und dann wie geplant auch öffnen konnten.

00:38:29: aber die Reaktion der Gemeinschaft war wirklich was sich berührend fand.

00:38:32: Wir haben uns Samstag nacht passiert auf Sonntag.

00:38:35: Wir haben unseren Sonntags wirklich mit habe ich mich mit den Vertretern der Gemeinde getroffen die wirklich alle gekommen sind, die wir eingeladen haben.

00:38:44: Die noch mal uns gesagt haben, dass sie möchten, dass wir da sind und das wir Hilfe leisten.

00:38:49: Dass wir auch in diesem Gesundheitszentrum da sind, dass dieser Anschlag eben nicht durch von der Gemeinschaft durchgeführt wurde oder auch nicht befürwortet wurde.

00:38:57: Es hat sich dann rausgestellt, dass eine Einzelperson war und ich glaube so was kann immer passieren?

00:39:01: Genau.

00:39:02: aber was mich auch besonders berührt hat Dann Joel, einer der Sprecher von einer großen zivilgesellschaftlichen Gruppe.

00:39:10: Die sehr, sehr einflussreich ist dort vor Ort.

00:39:12: Der Genesse nennt sich die ... Das ist quasi im Zusammenschluss von den jungen Personen?

00:39:16: Ja!

00:39:17: Der hat dann direkt im Nachgang noch eine Pressekonferenz gegeben und hat nochmal bestätigt dass die Menschen eben keine Gesundheitszentren angreifen sollen das sie auch kein gesundheitspersonal angreifern sollen.

00:39:27: Es hat mich schon berührt.

00:39:28: Ich kann mir auch vorstellen, dass in so einer Stimmung, wo man ja auch das Misstrauen durchaus nachvollziehen kann.

00:39:35: Aber dass es ja echt gut tut in so eine unsicheren Situation dann irgendwie noch unterstützt zu werden oder man das Gefühl hat, dass man ein bisschen Rückendeckung hat.

00:39:45: Wie ging's dir denn?

00:39:47: Ich weiß, ist voll die große Frage aber wie gingst du denn in der Zeit als du dort warst?

00:39:53: Grundstimmung, wie ich mir das so vorstellen kann.

00:39:55: Bist du morgens ängstlich aufgewacht und hast gedacht oh Gott oder hattest du irgendwie so ein... Ich mag das Wort eigentlich nicht aber so empowertes Gefühl dass ihr der ganzen Situation schon her werdet und irgendwas hoffnungsvoll ist?

00:40:10: Ein bisschen!

00:40:11: Aber ich war direkt am Anfang da.

00:40:13: Das heißt also vielleicht prinzipiell habe ich mich relativ sicher gefühlt.

00:40:20: Wir waren Erziorne Grenzen, hatte da vorher kein Projekt in Benis.

00:40:23: Es ist schon sehr lange her zum letzten Ausbruch von der Sicherheitslage.

00:40:27: wir hatten einen guten offenen Austausch mit den Menschen vor Ort und dann eben so Situationen wie mit Joel.

00:40:33: die haben mir schon Mut gemacht.

00:40:36: aber mir war schon auch bewusst dass wir einiges von der Lage einfach noch nicht ganz sehen.

00:40:40: also man hat schon auch so ein Gefühl Verstehe ich alles genug.

00:40:44: Kann ich mein Team, kann ich alles tun das die sicher bleiben dass wir sich unsere Arbeit leisten können genau und es ist einfach so in den ersten Wochen ist noch nicht ganz klar.

00:40:54: und dann zu Ebola selber zur Ausbruchszeit also zum Ansteckung Wir haben ja auch viele Regeln, also dass man sich nicht berührt.

00:41:03: zum No-Touch-Polizei.

00:41:05: Dass wir uns zweimal täglich Fieber messen und sofort selbst isolieren, falls man eben Fiebers bekommt.

00:41:10: Dass man sich die Hände ständig wäscht.

00:41:12: Also jedes Mal wenn du irgendwo reingehst, wenn du ins Auto gehst, wird das infiziert.

00:41:17: Wenn du rauest, ist es ständig.

00:41:19: Genau, das heißt was macht man schon?

00:41:21: Aber trotzdem sobald dein Fieberg ein bisschen hoch geht oder zu einem Hals kratzen bekommst, fängst du schon an diesem.

00:41:26: leicht unsicher zu fühlen.

00:41:27: Obwohl du es auch weißt, dass das die Wahrscheinlichkeit ist, aber es schwingt schon immer so ein leichtes Gefühl von Unsicherheit mit.

00:41:36: Ja, ich bin ganz schlimm und habe das ja jetzt schon kurz vor der Herbstzeit.

00:41:43: Wenn ich da einen Kratzen im Hals habe, aber das ist auch ein persönliches Problem.

00:41:46: Ich glaube, dass ich anders aufarbeiten muss.

00:41:48: Aber wenn es dann auch noch um Ebola geht... Also ich kann mir das gar nicht vorstellen!

00:41:53: Das sage ich nicht nur so.

00:41:53: Ich bin immer wieder beeindruckt von den Mitarbeitenden und von Ärzte ohne Grenzen natürlich auch von der Zivilgesellschaft vor Ort.

00:42:01: So viele Krisen und Konflikte und Rückschläge zu haben und immer wieder trotzdem die Kraft zu finden und dem Mut zu finden weiterzumachen und weiterzuarbeiten.

00:42:12: Also das finde ich echt sehr hoffnungsvoll!

00:42:15: Trotzdem möchte ich dich aber noch fragen, ob es nach all deinen Erfahrungen in Beni auch etwas gibt vielleicht ganz Konkretes was dir Hoffnung macht?

00:42:25: Die Gesamtlage aktuell ist ja nicht so, gibt ja nicht viel Hoffnung.

00:42:30: Also es fällt dann unglaublich viel mit die Internationale oder das Interesse der internationalen Gemeinschaft.

00:42:34: Die Reaktion ist viel zu langsam und viel zu klein.

00:42:39: Die Zahlen steigen weiter an.

00:42:41: Wir haben jetzt über acht Tausend Fälle und fast die Hälfte davon verstorben.

00:42:44: also wirklich schlimm gerade.

00:42:46: Und genau wir haben vor allem ländliche Gegenden, die ohne Versorgung sind.

00:42:51: Und die Leute kommen immer noch... Du hattest es vorhin auch nochmal gesagt zu spät oder gar nicht in die Gesundheitszentren.

00:42:58: Was mir aber schon Hoffnung gegeben hat, jetzt doch noch mal zu deiner Frage zurückzukommen ist einfach zu sehen wie unglaublich engagiert die Gemeinschaft war, wie unglaubliche engagierte Menschen die im Gesundheitswesen gearbeitet haben obwohl sie Angst hatten sich anzustecken und einfach oben wirklich so hart gearbeitet habe so viel getan um sich so eingesetzt haben um den Ausbruch einzudämmen.

00:43:22: das gibt mir auf jeden Fall Hoffnungen.

00:43:24: Und was ich ganz schön fand, als ich so meine Nachgespräche hatte hat mir ein Kollege erzählt der vor Ort war dass tatsächlich jemand aus dieser zivilgesellschaftlichen Gruppe eine Person bei uns Patient war in der Isolierstation und er hatte vorher Vorurteile gegenüber uns, gegenüber diesen Behandlungszentren hat dann selber gesehen wie es abgelaufen ist und hat danach sich tatsächlich als Gesundheitsaufklärer eingesetzt dafür für Ärztinnen und Grenzen in der Genes, in der Gemeinschaft der jungen Menschen.

00:44:01: Und das war schön zu sehen dass man eben doch... ein bisschen Vertrauen aufbauen kann.

00:44:06: Es dauert aber, dass die Menschen dann doch wenn man gute Arbeit leistet eben auch Vertrauen haben in uns

00:44:14: und das dann auch irgendwie direkt zu weitergeben.

00:44:16: Wenn er sich sozusagen... Also es hätte ja auch dabei bleiben können, dass er einfach eine gute Erfahrung gemacht hat oder nicht so schlechte, aber dass er sich dann auch selbst als Gesundheitsberater dann einsetzt ist eigentlich dann so einen Full Circle Moment und ich glaube ein besseres Schlusswort Gibt es fast gar nicht.

00:44:32: Vielen, vielen Dank, liebe Theresa, dass du uns heute so mitgenommen hast und deinen Einsatz so erfahrbar und erlebbar wie möglich gemacht hast.

00:44:40: Danke schön!

00:44:41: Sehr sehr gerne!

00:44:42: Ja, vielen

00:44:42: dank auch von mir.

00:44:43: Dann öffnen wir gleich die Runde für die Fragen aber zuerst müssen wir uns noch ganz ordentlich von unseren Hörerinnen Zuhause verabschieden.

00:44:52: Genau danke fürs Zuhören.

00:44:55: Auch ihr zu Hause könnt uns Fragen stellen natürlich.

00:44:58: Entweder auf dem Kanal eurer Wahl oder auch bei uns, wir verlinken die Adresse in den Show-Noten.

00:45:03: nicht vergessen!

00:45:04: Die nächste Folge der Notaufnahme kommt dann Ende November

00:45:08: und zwischendurch begrüßt euch auch noch unsere Kollegin Patrizia zur fünf Minuten Notaufnahme unserem Videokurz Podcast.

00:45:15: große Empfehlungen dafür.

00:45:16: und jetzt aber

00:45:17: tschüss!

00:45:18: Tschüss,

00:45:27: tschüs!

00:45:33: Moderation Anato Schime und Christian Katzer Redaktion und Projektleitung Clara Schneider Andreas Kob und Regina Bischoff Aufnahmeleitung und Produktion Christian Conradie.

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