Ebola behandeln, aber sicher
Shownotes
Gelbe Schutzanzüge, strenge Sicherheitsregeln und ein Virus mit hoher Sterblichkeit: Wie können medizinische Teams Ebola-Patient*innen behandeln, ohne sich selbst anzustecken? In dieser Folge erfährst du, welche einfache Sache der entscheidende Gamechanger bei der Behandlung von Ebola-Patient*innen ist — und weshalb Vertrauen genauso wichtig ist wie medizinische Versorgung.
⏱️ Darum solltest du reinhören:
Du erfährst,
- wie Ebola übertragen wird,
- weshalb Schutzkleidung Leben rettet
- wie medizinische Teams sicher arbeiten,
- und warum Aufklärung in den Gemeinden entscheidend ist.
Außerdem hörst du die bewegende Geschichte von Florence Baginyo, die das Ebola-Fieber überlebt hat.
🎙️ Moderation: Patricia Neugebauer, Ärztin, mehrfach mit Ärzte ohne Grenzen im Einsatz.
👉 Hör jetzt rein und hol dir deine Dosis Wissen.
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Dieser Podcast wurde von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit Christian Conradi produziert. Redaktion und Projektleitung: Clara Schneider, Andreas Koob und Regina Bischoff. Moderation: Patricia Neugebauer. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin. Bild: MSF
Transkript anzeigen
00:00:00: Stell dir vor, du bist krank und um dich herum siehst du nur Menschen in gelben Schutzanzügen.
00:00:04: Die aussehen als kämen sie von einem anderen Planeten – Du siehst ihre Gesichter nicht!
00:00:09: Aber sie kümmern sich um dich, sprechen mit dir, bringen dir Wasser, geben dir etwas gegen die Schmerzen.
00:00:14: So ging es vielen Menschen im Osten der demokratischen Republik Kongo, denn dort ist das Ebola-Fieber ausgebrochen.
00:00:23: Und damit herzlich willkommen zu fünf Minuten Notaufnahme Deine Dosis Wissen.
00:00:27: Hier gibt es schnelle Fakten zur medizinisch-humanitären Nothilfe.
00:00:31: Mein Name ist Patricia, ich bin Ärztin und immer mal wieder im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen!
00:00:35: In den nächsten fünf Minuten erfährst du was für unsere medizinischen Teams der Gamechanger in der Behandlung von Ebola-Fieber ist – diese wichtige aber auch einfache Sache ermöglichtes uns Menschen zu versorgen sie zu berühren, zu behandeln, für sie da zu sein und all das ohne uns selbst in Gefahr zu bringen.
00:00:53: Neugierig geworden?
00:00:54: Dann holt ihr jetzt deine Dosis Wissen.
00:00:57: Ich habe gleich mal drei kurze Ebola-Fakten für dich.
00:01:00: Erstens, Ebola Fever wird im direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen – das heißt über Blut-, Speichel-, Schweiß-, Sperma-, Urin-, Stuhl oder Erbrochenes.
00:01:11: und genau deshalb ist die Krankheit so gefährlich für das nahe Umfeld, die Familie aber auch die Pflegekräfte und die Ärztinnen.
00:01:18: Ansteckend ist die Krankheit erst wenn Symptome auftreten.
00:01:21: Zweitens wie hoch ist die Sterblichkeitsrate?
00:01:24: Je nach Virus und Verlauf sterben bis zu neun von zehn Erkrankten.
00:01:28: Bei dem Ausbruch seit Mai, zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo ist das Bundibugiovirus verantwortlich für die Infektion.
00:01:37: Das endet einer Erkranke für ca.
00:01:38: dreißig Prozent also jeden dritten Menschen tödlich.
00:01:42: Das ist extrem viel!
00:01:44: Zum Vergleich – In der ersten Zeit der COVID-IX Pandemie, bevor es einen Impfstoff gab, starben in Deutschland etwa vier bis fünf Prozent der infizierten Menschen Drittens, es gibt eine Lösung.
00:01:55: Wir können erkrankte Menschen behandeln und versorgen ohne uns selbst anzustecken oder die Krankheit weiter zu verbreiten – und zwar mit Schutzkleidung!
00:02:04: Das klingt einfach aber damit ist funktioniert muss man auch vieles achten und das schauen wir jetzt mal gemeinsam genauer an.
00:02:11: Bevor unsere Mitarbeitenden auch nur einen Fuß in den Behandlungsbereich setzen beginnt ein festes Einkleideritual langsam strukturiert und nie alleine.
00:02:20: Das heißt, eine zweite Person schaut mit, korrigiert, hilft und achtet darauf dass alle Teile der Schutzausrüstung richtig sitzen.
00:02:28: Und die Schutzausrüstungen besteht aus vielen verschiedenen Teilen.
00:02:31: Es braucht Handschuhe, Schutzanzug, Stiefel, Atemschutzmaske Kopfhaube, Schütze, Schutzbrille und noch eine Schicht Handschuher!
00:02:40: Das ist alles ziemlich anstrengend.
00:02:42: Du musst konzentriert sein es ist super heiß du bewegst dich vorsichtig um die Schutz Ausrüstungs um dich herum raschelt bei jeder Bewegung.
00:02:50: Deshalb dürfen unsere Mitarbeitenden maximal sechzig Minuten am Stück im Isolationsbereich arbeiten.
00:02:56: Nach einem finalen Check geht es in den Behandlungsbereich.
00:02:59: Dort bekommen die Patientinnen Flüssigkeit, Schmerzmittel oder fiebersenkende Medikamente und ganz wichtig durch die Schutzanzüge ist auch eine Interaktion möglich und vor allem Berührungen.
00:03:10: Wie du dir sicher vorstellen kannst, ist das alles für die Patienten nicht einfach!
00:03:14: Lass uns dafür einen Blick in die demokratische Republik Kongo werfen.
00:03:19: Mein Kollege Armo Sprecker ist Epidemiologe, er hat uns erzählt was wichtig ist damit die Patientinnen in dieser Situation gut mitmachen können.
00:03:29: Das Vertrauen zwischen Ärzte ohne Grenzen und der Bevölkerung ist immens wichtig.
00:03:33: Denn wir bitten die Menschen etwas zu tun, dass sie normalerweise nicht tun würden.
00:03:37: Sie pflegen ihre Angehörigen sonst zu Hause.
00:03:40: Medizinische Einrichtungen suchen sie nur auf wenn es unbedingt notwendig ist.
00:03:43: Bei einem Ebola-Ausbruch ist es aber wichtig das sie sofort zu uns kommen.
00:03:48: Aber wenn wir in unseren Schutzanzügen aussehen als würden wir von einem anderen Planeten kommen... ...ist das natürlich viel verlangt.
00:03:54: Deshalb müssen wir mit den Menschen sprechen und erklären warum wir diese Schutzkleidung tragen und warum wir so aussehen.
00:04:02: Das ist ein wichtiger Punkt!
00:04:03: Wir haben eigene Teams, die in den Gemeinden regelmäßig Aufklärungsarbeit leisten.
00:04:07: Sie tragen dazu bei, dass uns die Menschen vertrauen und in die Behandlungszentren kommen.
00:04:12: Denn wenn wir die Symptome behandeln, können wir die Sterblichkeitsrate
00:04:15: senken.".
00:04:17: Wir fallen jedes Mal, wenn Patientinnen Ebola überleben.
00:04:20: Wie bei unserer Patientin Florence Barginio in der Region Ituri in der demokratischen Republik Congo.
00:04:26: Ihre Geschichte hat mich sehr berührt.
00:04:30: Meine kleine Schwester rief an und sagte mir das es ihr sehr schlecht ginge.
00:04:34: ich sprang auf mein Motorrad und fuhr sofort zu ihr.
00:04:38: sie lag auf dem Boden und musste sich übergeben.
00:04:41: Ich fragte sie Kann ich dich ins Krankenhaus bringen?
00:04:45: Zuerst lehnte sie ab, aber dann sagte sie große Schwester bring mich ins Krankenhause.
00:04:51: Wir kamen am fünften Juni im Krankenhaus an.
00:04:54: Am sechsten Juni starb sie meine kleine Schwester.
00:04:58: Zweiter Tage später wurde ich krank.
00:05:01: Ich hatte Gliederschmerzen und fühlte mich schwach Und dann fiel der Test positiv aus!
00:05:06: Ich war bis heute in dem Krankenhaus und bin glücklich dass sich die Krankheit besiegt habe.
00:05:18: Dieses Feiern ist total wichtig für die Überlebenden von Ebola.
00:05:21: Wir zeigen damit der Gemeinschaft, dass sie nicht mehr ansteckend sind und man sie wieder umarmen kann!
00:05:26: Wenn du mehr über unsere Ebola-Ensätze erfahren möchtest, dann hör unbedingt in unsere vertiefenen Folgen rein – wir verlinken Sie in den Schornots.
00:05:34: Und wenn dir fünf Minuten Notaufnahme gefällt, dann abonniere gerne dem Podcast, damit du keine Folge mehr verpasst.
00:05:40: Dann sehen und hören wir uns das nächste Mal bei Fünf Minuten Notaufnahme Deine Dosis Wissen.
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