Notaufnahme - der Podcast von Ärzte ohne Grenzen

Notaufnahme - der Podcast von Ärzte ohne Grenzen

Nothilfe zum Anhören

Scherben und Vertreibung: Konflikt in Äthiopien

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Die Zerstörung ist nicht zu überhören: Als Philipp Frisch durch ein Gesundheitszentrum im äthiopischen Bundesstaat Tigray läuft, knirschen die Scherben zerborstener Medikamentenflaschen unter seinen Schuhen. Im Bundesstaat Tigray wird seit November 2020 gekämpft, die Menschen fliehen vor der Gewalt. Angriffe auf Kliniken und Gesundheitsstationen haben Hunderttausende Menschen der Gesundheitsversorgung beraubt.

Unser heutiger Gast Philipp Frisch war zwei Monate lang in Tigray unterwegs, um dort gemeinsam mit den medizinischen und logistischen Teams von Ärzte ohne Grenzen umfassende Nothilfe auf den Weg zu bringen. In dieser Folge erzählt er von seinen Begegnungen mit Vertriebenen in den Lagern. sprach mit Menschen, die nicht wussten, wie sie die nächsten Tage überstehen würden. Wie Ärzte ohne Grenzen hilft und was die Menschen in Tigray jetzt am dringendsten brauchen, erfahren Sie in dieser Folge.

Philipp Frisch leitet das Team für politische Kommunikation von Ärzte ohne Grenzen in Berlin. Er war bereits mehrfach mit Ärzte ohne Grenzen im Einsatz: in Simbabwe, in Nigeria und zwei Mal in Äthiopien.

Mehr Informationen zu unserer Arbeit in Äthiopien sowie Bilder aus dem Einsatzgebiet finden Sie auf unserer Website: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/aethiopien

Für die weltweite Arbeit von Ärzte ohne Grenzen spenden können Sie hier: www.msf.de/spenden

Für Fragen, Kritik oder Themenwünschen für kommende Folgen schreiben Sie uns gern unter redaktion@aerzte-ohne-grenzen.de.

Frauengesundheit weltweit – zwischen Covid-19 und anderen Krisen

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Covid-19 und Bewegungseinschränkungen, Kriege und Armut: Es gibt viele Gründe, warum Frauen häufig zu wenig medizinische Hilfe erhalten. Dabei sind sie zum Beispiel bei einer Geburt besonders auf gute Versorgung angewiesen. Zum Weltfrauentag sprechen wir in der neuen Folge von „Notaufnahme“ mit der Gynäkologin Parnian Parvanta darüber, was Ärzte ohne Grenzen zur Verbesserung von Frauengesundheit in Krisengebieten tut.

Weitere Informationen zu dieser Folge, zu der Geschichte von Parnians Kollegin Bilkisu Aliyu aus Nigeria sowie zu unserer Arbeit rund um die Gesundheit von Frauen finden Sie auch unter www.aerzte-ohne-grenzen.de/notaufnahme-folge-11

In der Woche des Weltfrauentages 2021 widmen wir uns auf verschiedenen Kanälen ebenfalls dem Thema Frauengesundheit. Mehr dazu finden Sie auf Facebook, Instagram, LinkedIn unter https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/frauengesundheit und https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/geburtshilfe

Unser heutiger Gast Parnian Parvanta arbeitet als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Mainz. Seit 2019 ist sie Mitglied im Vorstand der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. Mit dem Glück, dass sie im Leben habe, gehe für sie eine Verantwortung einher, sagt sie. Diese Verantwortung fange in ihrem Beruf als Ärztin an und höre an Ländergrenzen nicht auf. Ihren ersten Einsatz für Ärzte ohne Grenzen absolvierte Parnian Parvanta 2011 in der Zentralafrikanischen Republik. Zwei Jahre später arbeitete sie in Indien, 2017/2018 erstmals als ausgebildete Gynäkologin in Nigeria. Im April 2019 ging sie für einen weiteren Einsatz in die Elfenbeinküste.

In libyschen Lagern: Helfen durch Zuhören

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Libysche Internierungslager für Geflüchtete und Migrant*innen sind ein Ort voller Verzweiflung und Gefahren. Unsere Psychotherapeutin Kristin Pelzer erklärt, wie man unter solchen Bedingungen trotzdem psychosoziale Hilfe für die Menschen hinter Gittern leisten kann.

Libyen ist seit Jahren eine Zwischenstation für Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Sie hoffen, über Nordafrika den Weg an einen sicheren Ort zu finden, wo sie Asyl beantragen können. Immer wieder aber greift die libysche Küstenwache die Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer auf und bringt sie widerrechtlich zurück ins unsichere Libyen. Dort angekommen, erwartet viele Migrant*innen und Geflüchtete keine Rettung, sondern ein Aufenthalt in einem Internierungslager. In diesen werden Migrant*innen und Geflüchtete oft wahllos und ohne rechtliche Grundlage festgehalten. Die Lebensbedingungen sind katastrophal.

Unsere Psychologin Kristin Pelzer versuchte monatelang, den Menschen hinter Gittern zu helfen. Das war mit vielen Rückschlägen und Enttäuschungen verbunden, denn ihren größten Wunsch – die Freiheit – konnte Kristin den Menschen nicht erfüllen. Dennoch hatte sie das Gefühl, in kleinen Schritten Verbesserungen bewirken zu können – und die Menschen zumindest dabei zu unterstützen, den schwierigen Alltag in den Internierungslagern besser zu ertragen.

Mehr Eindrücke aus Libyen und weitere Informationen über unseren Gast Kristin Pelzer finden Sie unter www.aerzte-ohne-grenzen.de/notaufnahme-folge-10

Wer bekommt den Impfstoff?

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Im November 2020 war es endlich so weit: Unter Hochdruck hatten Forscher*innen und Pharma-Unternehmen seit Beginn der Pandemie an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Sars-Cov-2-Virus gearbeitet. Wohl kaum einer medizinischen Forschung fieberten so viele Menschen entgegen, wie diesem Impfstoff. Nun sieht vieles danach aus, dass wir kurz davorstehen, einen funktionierenden Schutz gegen das Virus zu haben.

Doch für Millionen Menschen auf der Welt folgte nur wenig später die Ernüchterung: Einige wenige reiche Industrieländer haben sich vertraglich bereits die ersten Produktionsmargen des noch nicht zugelassenen Impfstoffes gesichert. So bleibt für die meisten Staaten weltweit nichts mehr übrig – Sie bleiben schutzlos dem Virus ausgeliefert. In dieser Folge des Podcasts sprechen wir mit Lara Dovifat von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen, die sich für eine faire Verteilung der verfügbaren Impfstoffe einsetzt.

Mehr Informationen zum Engagement von Ärzte ohne Grenzen für weltweit besseren Zugang zu Impfstoffen, Diagnostika und Medikamenten und eine Videodokumentation über unsere Arbeit mit der Tuberkulose-Patientin Phumeza Tisile finden Sie unter www.aerzte-ohne-grenzen.de/notaufnahme-folge-9

Wenn Sie sich mit uns dafür einsetzen wollen, dass Menschenleben stärker geschützt werden sollen, als Profite, dann probieren Sie unseren Selfie-Filter auf Instagram aus, mit dem Sie an unserer Kampagne #NoPatentsInAPandemic teilnehmen können: https://www.instagram.com/ar/719119802071847

Mehr Infos zum Hintergrund dieser Aktion finden Sie hier: http://msf.de/patente-aussetzen

Ein Hoch auf Hühnerknochen

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Der Flughafen ist zerbombt, als Annette Werner im Jemen landet. Auf dem Weg ins Krankenhaus sieht sie ausgebrannte Lastwagen, die Ruinen einer Schule. Bei ihrem ersten Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen erlebt die Kinderärztin aus Frankfurt, was es für die Menschen im Jemen bedeutet, seit fünf Jahren im Krieg zu leben.

In dieser Folge von „Notaufnahme“ ist Annette Werner zu Gast und berichtet von sieben Monaten im Jemen: Sie behandelte mangelernährte Kinder und Verletzte, die einen Luftangriff überlebt hatten. Sie erzählt von nächtlichen Notfällen, emotionalen Momenten in der Notaufnahme und davon, wie Hühnerknochen Leben retten können.

Mehr Eindrücke aus dem Jemen Sie unter www.aerzte-ohne-grenzen.de/notaufnahme-folge-8

Moria, Schandfleck Europas

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Es ist kalt. Die griechische Insel Lesbos versinkt im Regen. Im Olivenhain, in dem die Geflüchteten leben, fließt das Wasser durch die Zelte. So erlebt Marie von Manteuffel, Expertin für Flucht und Migration bei Ärzte ohne Grenzen, das Flüchtlingslager Moria als sie im Februar dort zu Besuch ist. Seitdem ist einiges passiert: Das Coronavirus brach aus, das Lager ging in Flammen auf. Die Geflüchteten wurden in ein neues, ebenso unwürdiges Camp gedrängt. In dieser Folge von „Notaufnahme“ berichtet Marie von Manteuffel von den Zuständen in griechischen Flüchtlingslagern - aber auch von Auswegen aus dem Gefühl der Machtlosigkeit. Sie ist von Haus aus Juristin, doch vor fünf Jahren entschied sie, dass Lizenzverträge für Film und Radio nicht der richtige Arbeitsinhalt für sie sind. Seitdem arbeitet Marie mit und für Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Diskriminierung. Bei Ärzte ohne Grenzen ist sie Teil der Advocacy-Abteilung, die sich im Gespräch mit Entscheider*innen in Politik und Zivilgesellschaft für eine menschenwürdigere Flüchtlingspolitik einsetzt. Dieser Podcast wurde am 30.09.2020 aufgenommen. Weitere Eindrücke aus Moria finden Sie unter www.aerzte-ohne-grenzen.de/notaufnahme-folge-7

Am Vorabend der Pandemie

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Januar 2020. In Asien breitet sich ein unbekanntes Virus immer weiter aus. Noch denkt man in Europa, es bleibe eine asiatische Angelegenheit. Bei Ärzte ohne Grenzen begannen dennoch sofort die Vorbereitungen auf die Epidemie: Die Nothilfeorganisation unterstützt Länder auf dem ganzen Globus und muss sich darauf einstellen.

Tankred Stöbe, seit 2002 für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz, fliegt buchstäblich von heute auf morgen nach Tokio und geht von dort aus mit einem kleinen Team auf Erkundungstour durch fünf asiatische Länder. Das Ziel: Schauen, wie man vor Ort auf das Virus vorbereitet ist. Welche Maßnahmen sind geplant, sollte es zu Fällen kommen? Sind Testkapazitäten organisiert? Gibt es genug Ausrüstung? Wo wird Unterstützung benötigt?

Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen sind nicht automatisch weniger gut in der Epidemie- oder Pandemiebekämpfung, stellte Tankred Stöbe fest. Laos hat ihn besonders beeindruckt. Dort wurde eines der wichtigsten Gesetze der Pandemiebekämpfung berücksichtigt: schnelles und resolutes Handeln.

Sein Einsatz war für Tankred Stöbe anders als sonst: Er kehrte nach Berlin zurück, doch das Thema Coronavirus blieb bei ihm. Das Virus erschwert die weltweite Arbeit von Ärzte ohne Grenzen, da Mitarbeiter*innen aktuell nur schwer in Nothilfegebiete reisen können. Malaria, Tuberkulose und Mangelernährung hören jedoch auch in Zeiten des Coronavirus nicht auf.

Im Kampf gegen Ebola

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Es geht oft Schlag auf Schlag: Fieber, Abgeschlagenheit, schwere Durchfälle, Delirium, innere Blutungen, Organversagen, Tod. So in etwa entwickeln sich 30 bis 90 Prozent aller Ebola-Erkrankungen. Die hochansteckende Infektionskrankheit ist so tödlich wie kaum eine andere.

Unser Gast, der Tropenmediziner Christian Kleine war schon mehrfach bei akuten Ausbrüchen von Ebola mit Ärzte ohne Grenzen vor Ort. Zuletzt in der Demokratischen Republik Kongo, wo das Virus 2018 ausbrach. Diese jüngste Epidemie hielt bis Sommer 2020 an.

Das Schlimme, so berichtet er, sei für viele Betroffene nicht nur die Diagnose selbst, sondern die anschließende komplette Isolation von der Familie, die sie in ihren schwersten Stunden trifft. Christian Kleine erzählt uns mehr darüber, wie Ärzte ohne Grenzen die Betroffenen behandelt, warum der Weg für Geheilte zurück in die Gesellschaft häufig schwer ist und weshalb eine Ebola-Epidemie viele Tote nach sich zieht, die gar nicht an Ebola sterben. Er spricht auch darüber wie es ihm dabei geht, vier Wochen ohne Pause mit dem Tod konfrontiert zu sein, der immer nur einen falschen Handgriff weit entfernt ist.

Ärzte ohne Grenzen nimmt in Deutschland keine öffentlichen Gelder an. Unsere weltweite Nothilfe ist nur möglich durch private Spenden. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen: http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/podcast/spenden

Wie kommt das Bett ins Krankenhaus?

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Am Anfang steht sie vor dem großen Nichts: Logistikerin Elisabeth Brandt muss an einem geplanten Einsatzort von Ärzte ohne Grenzen alles aufbauen. Gebäude, Strom- und Wasserversorgung, Fahrzeuge, Sicherheit, Lebensmittel … die Liste nimmt kein Ende.

Ohne Menschen vor Ort kann selbst die erfahrenste Logistikerin so ein Projekt nicht aufbauen. Elisabeth Brandt erzählt aus ihrem Alltag im Einsatz: Wie findet man einen Schreiner? Wo kauft man einzelne Kochtöpfe in Nigeria? Warum ist es ein Erfolg, wenn Medizin zwei Wochen zu spät geliefert wird?

Ein großes Thema ist auch die Sicherheit. Anders als andere Organisationen ist Ärzte ohne Grenzen fast immer ohne bewaffneten Schutz unterwegs. Das sei wichtig, um nicht als Kriegspartei verstanden zu werden. Am sichersten fühlt sich Elisabeth Brandt ohnehin, wenn sie das weiße T-Shirt von Ärzte ohne Grenzen trägt. Selbst an den 21 Checkpoints im Irak, die sie und ihre Kolleg*innen bei ihrem Einsatz dort passieren mussten.

Ein Foto einer Wasserblase, wie sie Elisabeth im Podcast erwähnt, finden Sie auf www.aerzte-ohne-grenzen.de/notaufnahme-folge-4

Als Helfer im Gewehrfeuer

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Menschen in Not sind nicht immer leicht zu erreichen. In der Zentralafrikanischen Republik gibt es viele Regionen, die durch bewaffnete Konflikte gekennzeichnet sind. Für Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen kann der Weg durch diese Gebiete lebensgefährlich sein. Doch deshalb Kranke und Verletzte im Stich lassen?

Das kommt für jemanden wie unseren Gast Amadeus von der Oelsnitz nicht infrage. Schon vier Mal war er vor Ort im Einsatz – natürlich immer mit strengem Sicherheitsprotokoll für buchstäblich jeden Schritt. Er kann es jedes Mal wieder nur schwer fassen, wie viele Schwierigkeiten die Bevölkerung erdulden muss: Krieg, Hunger, Flucht, Krankheiten, Traumata – „Es ist die Hölle“, sagt er.

Die Kraft, die ihm die Zusammenarbeit mit lokalen Mitarbeiter*innen gibt, kann er dafür kaum beschreiben. Zum Beispiel wenn man Momente durchsteht, die man nie mehr vergisst – wie gemeinsam in einem „Safe Room“ unter einer armierten Decke das Gewehrfeuer abzuwarten. Dann denkt er an die Patient*innen, die sich auf Nothilfeorganisationen verlassen und sie zum Überleben brauchen. Warum es nicht ohne geht und was Ärzte ohne Grenzen konkret tut, erzählt Krankenpfleger Amadeus hier.

Über diesen Podcast

Mangelernährung, Ebola, Naturkatastrophen – das klingt weit weg. Für Ärzte ohne Grenzen ist es Alltag. Die Nothilfeorganisation leistet medizinische Hilfe, wo sie am meisten gebraucht wird. Dieser Podcast gibt den Mitarbeitenden das Wort, die mit Ärzte ohne Grenzen im Einsatz sind. Was erleben sie unterwegs? Wie läuft ihre Arbeit ab, wenn manchmal weder Röntgengerät noch Stromgenerator vorhanden sind? Und warum machen sie sich immer wieder auf in die Krisengebiete dieser Welt? Mehr über diesen Podcast und Fotos aus den Einsatzgebieten finden Sie unter: http://www.msf.de/podcast. Die weltweite Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen ist nur möglich durch private Spenden. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen: www.aerzte-ohne-grenzen.de/spenden. Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. produziert. V. i. S. d. P. Annette Dörrfuß, Ärzte ohne Grenzen e. V., Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin.

von und mit Ärzte ohne Grenzen e. V.

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