Notaufnahme - der Podcast von Ärzte ohne Grenzen

Notaufnahme - der Podcast von Ärzte ohne Grenzen

Nothilfe zum Anhören

Behandlung auf Augenhöhe: Wie Patient*innen unsere Projekte mitgestalten

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Ärzte ohne Grenzen ist eine Nothilfeorganisation – und dennoch in anhaltenden Krisen für mehrere Jahre im Einsatz. Das wirft die Frage auf, was nachhaltige Hilfe konkret bedeutet. Damit beschäftigt sich Peter Grabitz. Der Arzt engagiert sich in einer Initiative von Ärzte ohne Grenzen, die unsere Projekte noch stärker an den Bedürfnissen der Menschen in den Einsatzländern ausrichten und ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten stärken will. “Ein humanitäres Programm aufzulegen, ohne nach den Bedürfnissen der Menschen zu fragen, ist wie ein Hemd zu schneidern, ohne Maß zu nehmen”, sagt Grabitz.

Wie wir Patient*innen besser einbinden können, hat der Arzt bereits in verschiedenen Projektländern untersucht. Zuletzt verbrachte er dafür sieben Monate in Malaysia. Viele unserer Patient*innen dort sind geflüchtete Rohingya aus Myanmar. Sie haben in Malaysia aufgrund von Diskriminierung kaum Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem. Gemeinsam mit der Rohingya-Community arbeiten wir daran, ihr Vertrauen in die Gesundheitsversorgung wieder aufzubauen. Peter Grabitz und sein Team sprachen mit Geflüchteten, Mitarbeiter*innen und weiteren Expert*innen, um unsere Hilfe bestmöglich an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Im Podcast berichtet er von den Herausforderungen und Erkenntnissen dieser Arbeit: “Die Jugendlichen in Malaysia hatten viele Ideen für Verbesserungen”, sagt Peter Grabitz. “Das war beeindruckend und inspirierend. Junge Menschen machen einen Unterschied - wir können viel von ihnen lernen.”

Im Podcast kommen Patient*innen und Mitarbeiter*innen aus Malaysia zu Wort. Sie berichten über die schwierige Lage der Rohingya im Land und wie sie die Gesundheitsversorgung von Ärzte ohne Grenzen mitgestalten. Außerdem stellt unser Geschäftsführer Christian Katzer weitere partizipative Ansätze unserer Teams im Tschad und in Malawi vor.

Mehr über unsere Hilfe in Malaysia:

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/malaysia

Die weltweite Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen ist nur möglich durch private Spenden. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen: www.msf.de/spenden.  Für Fragen, Kritik oder Themenwünsche schreiben Sie uns gern unter notaufnahme@aerzte-ohne-grenzen.de.

Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit Christian Conradi produziert. Redaktion und Projektleitung: Sebastian Bähr, Yvonne Beckers und Nina Banspach. Moderation, Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin. 

Bild: Berit Kaiser von Rohden / MSF

Nothilfe in Syrien – Gewalt und Verzweiflung im Lager al-Hol

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Ein Zeltlager mitten in der Wüste: überall liegt Staub, die Sicherheitskräfte sind stark bewaffnet, Zäune begrenzen die Ränder. “Während meiner Einsätze für Ärzte ohne Grenzen habe ich selten eine bedrückendere Lage erlebt als in al-Hol”, erinnert sich Christoph Hey.

Hey arbeitete als Projektkoordinator in dem Geflüchtetencamp im Nordosten Syriens nahe der Grenze zum Irak. Das Lager ist alles andere als gewöhnlich: Den rund 53.000 Bewohner*innen wird eine Verbindung zum “Islamischen Staat” nachgesagt. 11.000 der Bewohner*innen gelten als besonders radikal. Sie stammen aus mehr als 60 Ländern, darunter auch aus Deutschland. Die Bedingungen in dem Lager – das mehr ein Freiluftgefängnis ist – sind katastrophal. Unsere Teams leisten auch dort Hilfe, denn jeder Mensch hat das Grundrecht auf medizinische Versorgung.

Für die Bewohner*innen ist der Alltag in al-Hol von Gewalt geprägt. Im Jahr 2021 kamen 79 Kinder im Lager ums Leben. Die Verantwortung für die menschenunwürdigen Bedingungen tragen viele. “Es gibt keine einfache Lösung”, sagt Christoph Hey. “Solange aber das Lager existiert, müssen die lokalen Behörden den Zugang der Menschen zu medizinischer Behandlung sicherstellen.”

Der Projektkoordinator berichtet im Podcast von der Herausforderung, unter einer permanent schwierigen Sicherheitslage Hilfe zu leisten und zu der Bevölkerung im Lager Vertrauen aufzubauen. “Dass unsere Teams trotz der Gefahren zu den Bewohner*innen Kontakt suchen und sie behandeln, ist eine große Leistung”, sagt Hey. “Das hat mich außerordentlich beeindruckt.”

Zudem spricht Florian Westphal, der Geschäftsführer der Hilfsorganisation “Save the Children”, über die besondere Lage der Kinder in al-Hol und die Schritte, die zu ihrer Rettung notwendig sind. “Es muss alles dafür getan werden, damit die Rechte der Kinder geschützt werden.”

Im November 2022 veröffentlichte Ärzte ohne Grenzen den Bericht „Between two fires: danger and desperation in Syria’s al-Hol camp”. Dieser ist hier verfügbar:

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/sites/default/files/2022-11/Report-Syria-Al-Hol-Camp-2022.pdf

Mehr über unsere Hilfe in Syrien:

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/syrien

Mehr über Save the Children:

www.savethechildren.de

Die weltweite Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen ist nur möglich durch private Spenden. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen: www.msf.de/spenden. Für Fragen, Kritik oder Themenwünsche schreiben Sie uns gern unter notaufnahme@aerzte-ohne-grenzen.de.

Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit Christian Conradi produziert. Redaktion und Projektleitung: Sebastian Bähr, Yvonne Beckers und Nina Banspach. Moderation, Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin. 

Bild: Sebastian Gabsch

Die Welt als Arbeitsplatz – Internationale Helfer*innen berichten

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Sambia, Sudan, Usbekistan, Sierra Leone, Deutschland: Das sind nur einige der Länder, in denen Norman Sitali für Ärzte ohne Grenzen aktiv war. Seit 22 Jahren schon arbeitet Sitali in verschiedenen Rollen bei der medizinischen Hilfsorganisation, aktuell als sogenannter “Medical Operations Manager” im Berliner Büro. Sein Werdegang zeigt eindrücklich auf, wie eine Karriere als internationaler Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen aussehen kann und dabei an viele Orte der Welt führt.

Dieser Lebensstil ist jedoch nicht immer einfach – speziell für die Familienangehörigen. “Als ich meiner Familie zum Beispiel sagte, dass ich mit Ärzte ohne Grenzen in den Sudan gehe, waren sie sehr besorgt. Denn sie wussten, dass dort Krieg herrscht”, erzählt Sitali in der neuen Folge der “Notaufnahme”.

Im Podcast berichtet er von schwierigen Diskussionen vor gefährlichen Einsätzen, dem Einfluss, den die Geburt seiner Kinder auf seine Lebenspläne hatte, und von dem Zufall, wie er in Sambia Ärzte ohne Grenzen überhaupt kennenlernte.

Darüber hinaus geben in der Folge auch die Mitarbeitenden Sandra Lucidi und Christoph Jankhöfer Einblick in ihr Leben. Beide gehen nicht nur regelmäßig für Ärzte ohne Grenzen in Projekteinsätze - Lucidi und Jankhöfer sind auch ein Paar und haben zwei Kinder. Sie stehen, genau wie Norman Sitali, vor der Aufgabe, ihr Familienleben mit der internationalen Arbeit in Einklang zu bringen. “Es ist manchmal nicht einfach, aber es ist machbar”, so Sandra Lucidi. “Man wächst an dieser Herausforderung.”

Hinweise zur Mitarbeit bei Ärzte ohne Grenzen: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/stellenangebote

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Für Fragen, Kritik oder Themenwünsche schreiben Sie uns gern unter notaufnahme@aerzte-ohne-grenzen.de. Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit der Viertausendhertz GmbH produziert. Redaktion und Projektleitung: Sebastian Bähr und Yvonne Beckers. Redaktionsassistenz: Carla Magnanimo. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin. 

Bild: MSF

Aus Krisengebieten berichten: Mit Kamera, Respekt und Fingerspitzengefühl

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"Wir wollen zeigen, dass unsere Patient*innen grundsätzlich starke Menschen sind. Nur in diesem einen Moment brauchen sie Hilfe – und in diesem sind wir als Ärzte ohne Grenzen für sie da." Oliver Barth und Lena Pflüger haben hohe Ansprüche, wenn sie aus Krisengebieten berichten. Beide arbeiten als Redakteur*innen für Ärzte ohne Grenzen. Sie erzählen von den medizinischen Projekten, den Patient*innen und den Tätigkeiten unserer Hilfsorganisation. Regelmäßig gehen sie dafür auch in Länder, in denen wir im Einsatz sind – vor allem in jene, die medial kaum Beachtung finden. Zuletzt haben sie im westafrikanischen Niger Projekte besucht, in denen unsere Teams mangelernährte Kinder behandeln.

Im Podcast erzählen Lena und Oliver, wie sie Klischees und Elendsbilder versuchen zu vermeiden, welche Perspektiven die Stärke von Patient*innen zeigen und warum kontinuierliches Reflektieren wichtig ist. Sie erklären dazu, wie ihr Besuch in Niger ablief und was sie vor Ort erlebten.

Aufnahmen von der Ärztin Faïza Ouedraogo und dem Projektleiter Cheick Aboubakar Traore sowie von Patient*innen aus Niger geben weitere Einblicke in die schwierige Lage im Land.

Mehr über unsere Arbeit Niger:

www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/niger

In Folge 26 unseres Podcasts berichtete der Kinderarzt Nicolas Aschoff über das Thema Mangelernährung am Beispiel des Südsudan. Aschoff arbeitete neun Monate in unserer Klinik im Vertriebenenlager Bentiu.

www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/podcast/folge-26

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Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit der Viertausendhertz GmbH produziert. Redaktion: Sebastian Bähr und Victoria Schulte. Projektleitung: Yvonne Beckers. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin.

Ankündigung – Wechsel in der Moderation

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Unsere Co-Moderatorin Anna Dushime wird bald Mutter. Wir wünschen dir an dieser Stelle alles Gute! Bevor die Journalistin in Elternzeit geht, übergibt sie das Moderationszepter für die “Notaufnahme” an ihre Vertretung. Deren Stimme kennen aufmerksame Hörer*innen vielleicht schon: Christian Conradi ist nicht nur seit langer Zeit Produzent unseres Podcasts, sondern hat auch am Ende jeder Folge immer die jeweiligen Verantwortlichen genannt. Für die nächste Zeit wird er nun auch im Moderationsteam mit Christian Katzer, dem Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, durch die Episoden führen. In dieser Folge stellt sich Christian Conradi vor und erzählt, wie er Podcaster geworden ist. Die beiden Christians testen aus, wie gut man ihre Stimmen unterscheiden kann – und verabschieden gemeinsam Anna in ihre neue Lebensphase.

Schon sehr bald wird es mit unserem nächsten inhaltlichen Thema weitergehen: Die kommende Episode blickt auf die akute Mangelernährungskrise in dem westafrikanischen Land Niger. Unsere Redakteure Oliver Barth und Lena Pflüger haben jüngst im Land medizinische Projekte besucht und werden von ihren Erfahrungen berichten. Kolleg*innen aus Niger geben darüber hinaus weitere Einblicke in die schwierige Lage vor Ort. Die Folge wird voraussichtlich Ende November veröffentlicht.

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Für Fragen, Kritik oder Themenwünsche schreiben Sie uns gern unter redaktion@aerzte-ohne-grenzen.de.  Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit der Viertausendhertz GmbH produziert. Redaktion und Projektleitung: Sebastian Bähr und Yvonne Beckers. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin.

Der Appetit muss wiederkommen – Mangelernährung im Südsudan

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Chuong wiegt knapp die Hälfte dessen, was ein Kind normalerweise in seinem Alter wiegt. Dazu hat der Zweijährige hohes Fieber und leidet an Malaria und Tuberkulose. “Ich hatte Angst, dass er nicht überleben wird”, erinnert sich der Kinderarzt Nicolas Aschoff. Sein Team arbeitete in unserer Klinik im Vertriebenenlager Bentiu im Südsudan Tag und Nacht daran, den kleinen Patienten zu retten.

Fälle wie die von Chuong sind in dem Camp mit seinen mehr als 100.000 Bewohner*innen keine Seltenheit. Nicolas Aschoff behandelte während seines Einsatzes viele mangelernährte Kinder – und es wurden immer mehr. Die Gründe für die Not sind vielfältig.

Im Podcast berichtet er von außergewöhnlichen Geburten, therapeutischer Ernährung und der Herausforderung, Patient*innen mit mehreren Krankheiten zu behandeln. Dazu setzt sich die Folge mit den Ursachen der Mangelernährung im Südsudan auseinander. Massive Überflutungen und sinkende internationale Lebensmittelhilfen haben die Situation zuletzt verschlechtert.

Unsere Klimaexpertin Elisa de Siqueira erklärt an diesem Beispiel den Zusammenhang zwischen Mangelernährung und der Klimakrise. Aufnahmen von Kolleg*innen und Patient*innen aus dem Südsudan geben weitere Einblicke in die schwierige Lage vor Ort.

Mehr über unsere Arbeit im Südsudan:
www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/suedsudan

In Folge 2 unseres Podcasts berichtet die Ärztin Katharina von Goldacker von ihrem ersten Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen im Südsudan:
www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/podcast/folge-2

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Intensivstation auf Schienen - Leben retten in der Ukraine

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“Werden wir heute Nacht bombardiert?” ─ Anja Wolz weiß es nicht. Die Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen ist mit Kolleg*innen und Patient*innen im Keller eines Krankenhauses in Kiew. Sie weiß nur, dass sie die nächsten Stunden nicht schlafen wird. Die Anspannung ist groß, das Adrenalin hält sie wach. Neben ihr werden Menschen medizinisch versorgt, andere lesen besorgt Nachrichten auf ihren Smartphones.

Nächte wie diese sind keine Seltenheit, seit Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angegriffen hat. Der Krieg hat laut Angaben des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) bisher rund zwölf Millionen Menschen zur Flucht im eigenen Land oder ins Ausland gezwungen. Anja Wolz war im Frühjahr für mehrere Monate in der Ukraine im Einsatz. In der heutigen “Notaufnahme”-Folge spricht sie über ihre vielseitige Arbeit vor Ort. Sie erklärt unter anderem, wie man einen medizinischen Zug organisiert, wie man nachts in U-Bahn-Stationen Patient*innen behandelt und warum es in der Bevölkerung einen großen Bedarf nach psychologischer Unterstützung gibt. Dazu geben verschiedene Aufnahmen weitere Einblicke: Dr. Tankred Stöbe berichtet, was er als medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen im Spätsommer im Land erlebte. Der ukrainische Kollege Dr. Emil Alibeili sowie die Patientin Valentyna Fedorivna Patsyuk erzählen, wie der Krieg ihr Leben verändert hat.

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Die Welt schaut weg – Unrecht mit System in libyschen Lagern

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Eine junge Mutter liegt auf einer feuchten Matte in einer überfüllten Zelle. Erst vor ein paar Tagen hatte sie einen Kaiserschnitt, ihr Neugeborenes ist neben ihr in einer dreckigen Decke eingewickelt. Es ist der erste Besuch unserer politischen Referentin Marie von Manteuffel in einem libyschen Internierungslager - sie wird ihn nie vergessen.

Viele Geflüchtete können von diesen Schreckensorten berichten: Im zerrütteten Bürgerkriegsland Libyen existieren zahlreiche solcher Lager, die von staatlichen Stellen, Milizen oder Menschenhändlern kontrolliert werden. Tausende Schutzsuchende werden hier unter katastrophalen Bedingungen festgehalten – sie haben weder Zugang zu medizinischer Versorgung noch zu einem rechtsstaatlichen Verfahren. Folter, Gewalt und sexueller Missbrauch sind an der Tagesordnung, Gefangenschaft und Erpressung werden als Geschäftsmodell betrieben. Marie von Manteuffel besuchte während ihres sechsmonatigen Einsatzes diese Lager immer wieder. Sie versuchte dort, Inhaftierte zu schützen und wenn möglich, sie herauszuholen. Schwangere Frauen, unbegleitete Minderjährige oder Menschen mit Krankheiten waren dabei ihr Fokus. Im „Notaufnahme“-Podcast spricht Marie von der Kriminalisierung der Geflüchteten in Libyen, der Mitverantwortung Europas für ihre Lage und den komplizierten Wegen, die Menschen zu befreien. “Selbst, wenn wir die Geflüchteten aus den Lagern herausbekommen, ist völlig unklar, was dann mit ihnen passiert”, sagt Marie. “Oft hängen wir uns dann verzweifelt ans Telefon, um irgendwo ihre Aufnahme zu ermöglichen."

Wer mehr erfahren möchte: Mit der Situation in Libyen haben wir uns bereits in der „Notaufnahme“-Folge „In libyschen Lagern - Helfen durch Zuhören“ beschäftigt. Unsere Psychotherapeutin Kristin Pelzer hatte darin erklärt, wie man trotz großer Hürden psychosoziale Hilfe für die Menschen hinter Gittern leisten kann.

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“Ready for rescue!” - Mit dem Schnellboot Leben retten

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“Ready for rescue” plärrt es aus dem Funkgerät. Marina legt sofort los, für diesen Moment haben sie und ihr Team tagelang geübt: Ein Boot ist in Seenot auf dem Mittelmeer. Marina Imsiecke und ihr Team machen sich bereit zur Rettung.

Eigentlich wollte Marina Imsiecke nach ihrer Promotion nur eine begrenzte Auszeit nehmen. Ihr Ziel: als Seenotretterin etwas Sinnstiftendes machen und gegen die unhaltbaren Zustände an den europäischen Außengrenzen aktiv werden. Die Erfahrungen, die sie dann sammelte – erst auf der „Sea Watch“, später auf unserem Rettungsschiff „Geo Barents“ – ließen sie jedoch nicht mehr los. Ein normaler Bürojob war unvorstellbar geworden. Seit zwei Jahren ist Marina mittlerweile für „Ärzte ohne Grenzen“ auf dem zentralen Mittelmeer unterwegs.

In der heutigen Folge von „Notaufnahme“ sprechen wir mit ihr über ihre Erlebnisse, den Schiffsalltag sowie ihre Aufgaben an Bord. Auf der „Geo Barents“ war Marina unter anderem als Technikerin und Fahrerin für die Schnellboote – die sogenannten RIBs – verantwortlich. Mit diesen werden die Schutzsuchenden direkt von den Schlauchbooten gerettet und dann auf das größere Hauptschiff gebracht. Vieles gibt es hier zu beachten: vor allem in den kritischen Momenten, wenn Boote kentern und Menschen ins Wasser fallen. Im Gespräch berichtet Marina von diesen intensiven Einsätzen und ihrem Wunsch nach einem solidarischen Europa.

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Für Fragen, Kritik oder Themenwünschen für kommende Folgen schreiben Sie uns gern unter redaktion@aerzte-ohne-grenzen.de. 

Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit der Viertausendhertz GmbH produziert. Redaktion und Projektleitung: Holger Vieth und Yvonne Beckers. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin.

Was Chirurgie im Krisengebiet bewirkt

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Wie soll eine Chirurgin bloß arbeiten, wenn nach einem Erdbeben in der Wand des OPs ein riesiges Loch klafft? Wie die Sicherheit der Patient*innen garantieren und die Wunden sauber halten? Auf solche Situationen war Inga Osmers nicht vorbereitet, als sie zum ersten Mal für Ärzte ohne Grenzen als Chirurgin arbeitete. Die schwierigen Bedingungen zum Beispiel nach dem heftigen Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 ließen Inga Osmers kurz an der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit zweifeln. Doch dann merkte sie: Was sie und ihr Team da taten, das rettete Leben, trotz aller Schwierigkeiten.

In der heutigen Folge von „Notaufnahme“ sprechen wir mit Inga über ihre Arbeit als Chirurgin im Einsatz aber auch als Leiterin der „Berlin Medical Unit“ – einer medizinischen Fachabteilung von Ärzte ohne Grenzen, die Hilfsprojekte auf der ganzen Welt berät und sich für die Verbesserung der Ausbildung von Chirurg*innen einsetzt. So sorgt Inga Osmers heute dafür, dass Chirurg*innen besser vorbereitet sind, als es damals bei ihr der Fall war – und dass ihre Kolleg*innen aus den Einsatzländern ebenfalls mehr Chancen auf Weiterbildung bekommen.

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Für Fragen, Kritik oder Themenwünschen für kommende Folgen schreiben Sie uns gern unter redaktion@aerzte-ohne-grenzen.de.

Dieser Podcast wurde im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen e.V. in Zusammenarbeit mit der Viertausendhertz GmbH produziert. Redaktion und Projektleitung: Malte Mühle und Yvonne Beckers. Aufnahme, Schnitt und Produktion: Christian Conradi. V. i. S. d. P. Jannik Rust, Ärzte ohne Grenzen e. V., Schwedenstr. 9, 13359 Berlin.

Über diesen Podcast

Ob Seenotrettung, Mangelernährung oder Naturkatastrophen – unser Podcast „Notaufnahme“ beleuchtet die verschiedenen Herausforderungen der humanitären Hilfe weltweit: Wie gelingt es, Menschenleben zu retten, wenn Gewalt eskaliert? Wie können unsere Mitarbeitenden ein Geflüchtetencamp versorgen, wenn die ganze Region unter Wasser steht? Wie kann unsere psychologische Unterstützung traumatisierte Menschen erreichen? Auf diese und viele weitere Fragen suchen wir Antworten. In den Folgen berichten unsere Gäste von ihrer Arbeit in den Projektländern - unter oftmals schwierigsten Bedingungen. Unsere Patient*innen erzählen von ihrem Leben vor Ort und erklären, was sie sich von uns und der internationalen Gemeinschaft wünschen. Im Podcast wollen wir uns selbstkritisch mit unserer Arbeit auseinandersetzen und den Blick auf die Krisen lenken, die zu wenig Aufmerksamkeit erhalten.

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von und mit Ärzte ohne Grenzen e. V.

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