Nothilfe zum Anhören
00:00:00: Wir sehen das auch in unseren Projekten im Sudan immer wieder, dass die Kriegsgewalt weit über die eigentlichen Fronten hinausgreift.
00:00:07: Unsere Teams behandeln regelmäßig eine hohe Zahl von Verletzten, die durch Drohnenangriffe verbundet wurden darunter natürlich Frauen und Kinder.
00:00:15: Die Angriffe werden genutzt um Versorgungswege zu unterbrechen Zivilinfrastruktur zu zerstören Und um in um kämpften Gebieten eine Belagerungssituation herzustellen.
00:00:23: Das betrifft uns als Hilfsorganisation.
00:00:35: Der Sudan beschäftigt uns in diesem Podcast nun schon seit drei Jahren.
00:00:39: Der brutale Krieg in diesem Land nimmt kein Ende.
00:00:42: Trotz der massiven Gewalt, trotz Massakern und Millionen vertriebenen Menschen findet dieser Krieg im Deutschland oft kaum Aufmerksamkeit.
00:00:49: Deshalb wollen wir an dem Thema dranbleiben und anlässlich der traurigen Dreijahresmarke ganz bewusst wieder über diesen Krieg sprechen.
00:00:56: Dafür haben wir uns heute die Krankenpflegerin Cordula Hefner eingeladen, die seit einigen Wochen für Ärzte ohne Grenzen in einer besonderen Region in Zentral davor arbeitet und davon erzählt wie humanitäre Hilfe trotz der schwierigen Lage weiterhin möglich ist.
00:01:09: Und welche Resilienz ihr in den Menschen im Sudan begegnet.
00:01:12: Außerdem werden wir später noch von Gerrit Kurz von der Stiftung Wissenschaften und Politik hören, der uns dem Konflikt politisch einordnet – und damit herzlich willkommen zu dieser Folge der Notaufnahme!
00:01:21: Mein Name ist Anna Duschimi ich bin Autorin und Moderatorin
00:01:25: Und ich bin Christian Katzer, der Co-Moderator und Geschäftsführer von Erzone Gänzen hier in Deutschland.
00:01:29: Herzlich willkommen Cordula!
00:01:30: Vielen Dank Hallo ihr beiden.
00:01:32: Danke für die Einladung.
00:01:40: Kordula, du arbeitest seit einigen Wochen in dem kleinen Ort Rokero in Zentraldavor im Sudan.
00:01:48: Und dieser Bundesstaat ist etwas Besonderes denn er liegt inmitten einer Region die seit Jahren hart umkämpft ist.
00:01:53: Anders als im nahegelegenen Nord davor ist Zentral davor aber relativ ruhig.
00:01:57: Erzähl uns doch bitte noch ein bisschen mehr darüber was das für eine Region ist Kordola damit wir einen besseren Eindruck bekommen.
00:02:02: Rokéro legt den Zentral Davor wie Du schon sagtest aber auf der Chapel Mara und es ist ein Gebirgszug bis zu dreitausend Meter hoch.
00:02:11: Wir sind relativ nah an der Stadt Alfasche, die wahrscheinlich die meisten aus den Medien kennen.
00:02:17: Hundert Kilometer Luftlinie aber natürlich auf den Straßen in vielen, vielen Stunden nur zu erreichen.
00:02:25: Wir selbst hier in Rokero liegen auf tausend sechshundert Meter Höhe und wir haben nur ein paar Tausend Einwohner, aber wir decken einen Gebiet ab, in dem mehr als hunderttausend Menschen leben wobei die Zugangswege natürlich äußerst kompliziert und langwierig sind.
00:02:42: Zum Beispiel allein, um hierher zu kommen in dieses Projekt von der Grenze zum Schad, bis hierher braucht man zwei Tage – es sind zwar nur dreihundertsechzig Kilometer aber der größte Teil der Strecke ist ungefestigt.
00:02:56: Steine und Sand und natürlich auch viele Checkpoints, die wir überwinden müssen.
00:03:00: Das heißt, der Krieg Eigentlich etwas, das dir vor allem auf dem Weg ins Projekt erlebt.
00:03:05: Aber in eurem Ort selbst ist es friedlich?
00:03:07: Von den Kämpfen bekommen wir eigentlich nicht besonders viel mit aber die Auswirkungen spüren wir schon.
00:03:14: Hier.
00:03:15: bei uns könnte man meinen Es ist sehr ruhig.
00:03:18: Es gibt allerdings ein Abkommen zwischen den verfeindeten Gruppierungen.
00:03:22: Wir sprechen hier von fünf Gruppierung die miteinander dieses Abkommen vor einigen Monaten vereinbart haben.
00:03:29: Dieses Abkommen gilt für die ganze Region, Schäbelmara und bedeutet, dass hier so eine Art Neutralität besteht und wir den Eindruck haben es sei eine friedliche Enklave.
00:03:41: allerdings ist das eher wie ein Pulverfass und wir sehen auch und das haben wir gerade gestern gesehen, dass der Frieden relativ trügerig ist.
00:03:50: Der Vizekommandant einer der verfeindeten Gruppen wurde gestern hier in der Nähe erschossen und nicht nur wir, sondern auch die Bevölkerung sind extrem besorgt deswegen.
00:04:03: Alle wissen hier im Grunde dass diese Situation sehr fragil ist.
00:04:07: Ja so eine volatile Lage ist natürlich ganz schön herausfordernd vor allem weil so einer vergleichsweise sicherer Entenklave ja dann auch immer schnell zum Zufluchtsort für viele Vertrieben aus den angänzten Regionen wird.
00:04:18: aber zu den Folgen des Krieges kommen wir gleich bestimmt nochmal.
00:04:22: Beschreib uns doch vielleicht einfach mal ein bisschen, was ihr in dem Projekt in Rokero eigentlich so macht, Gurgula.
00:04:27: Damit wir uns deine Arbeit ein bisschen besser vorstellen können?
00:04:30: Ja gerne!
00:04:32: Wir arbeiten hier im kleineren Ärzte ohne Grenzen Krankenhaus, aber auch mit Mitarbeitern vom hiesigen Gesundheitsministerium und meine Rolle... In Deutsch übersetzt klingt es ein bisschen hoch trabend.
00:04:45: Medizinischer Referentin.
00:04:47: im Grunde ist meine Aufgabe, ich manage einen relativ großes Team.
00:04:51: dazu gehören sämtliche Pflegerischen und medizinischen Berufe Ärzte, Pflegekräfte, Hebamme, Psychologen aber auch Fachkräfte für Gesundheitsprävention Und zudem bin ich für die Prozesse in der Apotheke, im Labor Aber auch für die Datenerfassung qualitativ gute Datenerfassung der medizinischen Daten verantwortlich.
00:05:14: Das weitere regelmäßige Berichte verfassen, die Teilnahme an strategischen Diskussionen denn im Grunde müssen wir natürlich in den Projekten unsere Pläne permanent an diese stets verändernde Situation auch anpassen und das bezieht sich nicht nur auf die politische Situation sondern ist auch saisonal bedingt wenn Krankheitsausbrüche zu erwarten sind zum Beispiel in der kommenden Regenzeit ab Ende Juni wahrscheinlich.
00:05:41: Hier im Krankenhaus haben wir hundertzehn Betten, wir behandeln im Grunde alles was jetzt nicht als einfache Erkrankung dient.
00:05:50: Im Moment sind das hauptsächlich respiratorische Erkankungen also Krankungen des Lungenapparats.
00:05:57: die entstehen hier vor allem durch die kühlen Nächte die immer noch da sind die Trockenzeit und extreme Windböen auch mit sehr, sehr feinem Staub.
00:06:08: Das weitere Durchfällerkrankungen und wir sehen auch viele Kinder mit Mangelernährung.
00:06:14: Außerdem können wir hier Geburtdurchführen allerdings bei der Notwendigkeit von einem Kaiserschnitt müssen wir die Frauen zum Beispiel nach Tawila schicken.
00:06:22: dort gibt es ein anderes erste ohne Grenzenkrankenhaus was auf chirurgische Eingriffe übernehmen kann.
00:06:30: Diese Fahrt dahin dauert über Steine und Sand circa drei Stunden.
00:06:34: Und kann natürlich auch etwas zu spät sein, wir hatten um ein Beispiel zu geben vorgestern Nacht einen Fall wo wir einen Patienten hierher zu uns transferieren mussten von einem Dorf auch eine Strecke von drei Stunden und der Patient ist dann leider während der Fahrt verstorben.
00:06:55: Wir unterstützen eben diese beiden Gesundheitstentren.
00:06:58: Das eine liegt auch hier in Zentral davor, etwas weiter südlich das andere ist dann schon in Nord davor.
00:07:05: beide liegen etwa drei Stunden auch entfernt.
00:07:08: kilometermäßig ist das nie viel aber man kann manchmal fast nebenher laufen.
00:07:15: zusätzlich haben wir noch dezentralisierte Aktivitäten in fünf weiteren sehr schwer zugänglichen Dörfern Und da bieten wir einfachste Unterstützung an.
00:07:26: Das heißt, wir lernen Menschen an die dort leben, die einfachsten Krankheiten zu behandeln.
00:07:36: Wir haben dann Medikamente um eine Durchfallerkrankung zu behandlen, Medikamente gegen Fieber und wir machen dort natürlich auch präventiv Maßnahmen wo die Menschen informiert werden wie sie ihre eigene Situation besser unterstützen können.
00:07:55: Bekannt ist das Erze ohne Grenzen in allen Projekten, die Menschen gleichermaßen behandelt und priorisiert wird hier nur nach der Schwere der Erkrankung Und das gilt natürlich auch für die Vertriebenen, die sich jetzt hier angesiedelt haben.
00:08:11: Die Vertriebenen, die du ansprichst sind Menschen, die vor den Kämpfen geflohen sind bei denen in den benachbarten Regionen in den vergangenen drei Jahren sehr viele Menschen getötet wurden.
00:08:19: Ein Beispiel für diese brutalen Kämpfe ist ja die Belagerung der Stadt Alfaschier.
00:08:23: Du hast die Stadt gerade schon erwähnt.
00:08:25: Cordula Al-Fashir es vielleicht manchen Hörerinnen aus den Nachrichten ein Begriff was dort letztes Jahr genau los war hören wir uns jetzt einmal kurz an
00:08:37: wurde bis Oktober, für mehr als fünfhundert Tage von den Rapid Support Forces auch RSF abgekürzt belagert.
00:08:46: Die RSF ist eine Miliz die sich seit dem Krieg mit den offiziellen Streitkräften der sudanesischen Armee befindet.
00:08:56: Zehntausende Menschen waren in Alfaschier hinter Gräben und militärischen Checkpoints gefangen.
00:09:02: Die Stadt wurde belagern.
00:09:04: Es gab viele Luftangriffe Und die Menschen wurden von Nahrung und medizinischer Versorgung abgeschnitten.
00:09:11: Ende Oktober führten tagelange Kämpfe zum Fall der Stadt an die RSF.
00:09:16: Videos von Massakern in Allfaschier wurden in den sozialen Medien verbreitet, bis heute gibt es jedoch Unklarheit über das ganze Ausmaß der Gräueltaten.
00:09:27: Viele Überlebende, die aus der Stadt fliehen konnten, kamen in den nahegelegenen Ort Tavila.
00:09:33: Dort behandelt Ärzte ohne Grenzen, Menschen mit Verletzungen und viele aufgrund von Mangelernährung.
00:09:40: Tausende Menschen gelten auch Monate nach dem Fall der Stadt Alfaschier weiterhin als vermisst.
00:09:48: Ja das ruft mir die Ereignisse gleich wieder in den Sinn!
00:09:51: Was wir überall faszil gehört haben, klingt wirklich sehr schockierend und zugleich gibt es ja seit drei Jahren immer wieder Meldungen von schrecklichen Massakern in diesem Krieg.
00:09:59: Gut dass Ärzte ohne Grenzen zumindest die Menschen unterstützen konnte, die nach der Belagerung und dem Massaker nach Tavila fliehen konnten?
00:10:06: Ja zu Taviler würde ich gerne noch ein bisschen was sagen.
00:10:09: Wir sind ja im engen Kontakt mit unserer französischen Sektion Die dort Krankenhaus haben wo auch Operationen unter anderem auch Kaisersmiete durchgeführt werden.
00:10:20: Intervieler leben knapp eine Million Menschen.
00:10:23: Das kann man sich kaum vorstellen unter unmöglichen Bedingungen, also selbst gebastelte Fitten nicht nur aus Stroh sondern manchmal auch nur mit Stöcken und Stoff drum herum.
00:10:35: die hygienische Situation ist gravierend.
00:10:38: wir haben Jetzt ein neues kleines Projekt dort sind dabei das aufzubauen, um eben an diesen Dingen etwas zu schrauben.
00:10:48: Aber es scheint fast unmöglich bei der Anzahl der Menschen die dort leiden und sicher sind viele von Alfasche nach Tawila gegangen.
00:10:57: aber ich erinnere mich vor zwei Jahren als ich im Chat gearbeitet habe auch für Beflüchtete aus dem Sudan dass auch Menschen dort sehr viele von Al-Fashe schon gekommen sind.
00:11:08: Das war im Jahr um die gleiche Jahreszeit.
00:11:13: Mit einigen dieser rund neunhunderttausend Menschen, die aus dem Sudanes Nachbarland Schad geflogen sind haben wir in einem Geflüchtetencamp gesprochen.
00:11:20: Unsere Kollegen in einem Schad haben Interviews mit Geflüchteten aus zum Beispiel Al Fasche geführt, aus denen wir uns gleich ein paar Ausschnitte anhören.
00:11:29: Die zwei Männer berichten von traumatischen Erlebnissen und von expliziter Gewalt.
00:11:33: Wenn ihr das gerade nicht hören könnt, springt gerne drei Minuten nach vorn!
00:11:37: Wir starten mit Nasser al-Din, der uns sehr eindrücklich von der Belagerung der Stadt berichtet hat.
00:11:49: Al Fashir war von fast drei Meter hohen Barrieren umgeben.
00:11:52: Darunter groben sie einen langen Graben – fast vier Meter tief.
00:11:56: Sie waren außerhalb stationiert.
00:11:58: Wenn Zivilistinnen versuchten, mit ihren Kindern die Stadt zu verlassen, wurde es ihnen verboten.
00:12:03: Dann begannen sie zu schießen.
00:12:05: Einige wurden verletzt oder getötet während andere zurück in die Stadt flohen und nachts das gleiche.
00:12:12: wenn jemand versuchte zu fliehen Es war schwer an Wasser zu kommen.
00:12:18: Alles, was er wurde gesammelt und wiederverwendet – es war sehr schlecht und faulig!
00:12:23: Die Leute haben Wasser aus dem See und verschmutztes Wasser aus Abflusskanälen getrunken.
00:12:29: Wenn man das Haus verließ, um nach Essen zu suchen, erlebte man Angriffe und Kamikaze-Drohnen.
00:12:34: Wenn eine Drohne eine Person entdeckt, verfolgt sie sie – und schlägt
00:12:39: zu.".
00:12:47: Das sind wirklich sehr drastische Bilderungen!
00:12:49: Als Alfasche im Oktober zwanzig fünfundzwanzig schließlich an die RSF viel folgten.
00:12:53: Schnellhorumeldung von Massakern in der eingenommenen Stadt.
00:12:56: Von diesen Tagen und dieser Ungewissheit berichtet uns auch Mohamed Armea, der wie die Menschen von denen uns Cordula eben berichtet hat.
00:13:02: Auch schon zu einem früheren Zeitpunkt Zuflucht im Schad gesucht hatte.
00:13:11: Jedes Mal wenn ich ins Internet ging sah ich Gebete für die Toten.
00:13:16: Menschen wurden gelüncht!
00:13:18: Und die ganze Welt saß in den sozialen Medien – alle meine Freunde in Al-Fashir wurden getötet.
00:13:23: wir wurden zu weisen Weisen unsere Freunde und Liebsten.
00:13:27: Wir haben so viele gute Menschen
00:13:29: verloren.".
00:13:43: Das ist einfach, mir fehlen da die Worte wenn man hört was Mohammed sagt
00:13:47: Ja und was ich besonders eindrucksvoll finde.
00:13:50: in diesem Zitat steckt neben der überwältigen Trauer auch eine Anklage.
00:13:55: Im Sudan werden schlimmste Grausamkeiten verübt und die Welt schaut einfach tatenlos zu oder guckt weg.
00:14:02: Wir müssen uns mal vor Augen führen, wir sprechen hier von drei zehn Millionen Menschen, die teils mehrfach vertrieben wurden – das ist ungefähr die gesamte Bevölkerung von Bayern auf einmal!
00:14:11: Und im Moment sind dreieinhalb Millionen Menschen im Sudan, die aktuell humanitäre Hilfe brauchen.
00:14:19: Die Welt nimmt absolut erschreckend wenig Notiz davon.
00:14:22: Und deshalb ist es ein ganz wichtiger Teil unserer Arbeit, dass wir die Geschichten der Menschen aufnehmen und verbreiten wie heute.
00:14:31: Das haben in diesem Fall halt unsere Teams in Tabila getan.
00:14:34: Den Bericht den wir dazu veröffentlicht haben verlinken wir euch natürlich in den Show notes sind.
00:14:38: ihr solltet ihn unbedingt lesen.
00:14:40: Kortula du warst ja damals noch nicht vor Ort.
00:14:42: also diese Situation die wir gerade in den Zitaten gehört haben ist inzwischen schon ein paar Monate her.
00:14:47: Wie ist denn aktuell die Lage vor Ort in Nord davor?
00:14:50: Du bist zwar im benachbarten Bundesstaat, aber gerade einmal hundert Kilometer ungefähr von Alfasche entfernt.
00:14:56: Siehst du heute noch aus wie ich gucke der Kämpfe?
00:14:59: Also hier direkt in Rokero konnte ich nicht beobachten, dass hier zum Beispiel Häuser niedergebrannt sind oder so.
00:15:07: Aber wie schon sagte es ist ein bisschen merkwürdiges Gefühl wir auf einem Pulverfass zu sitzen weil wir wissen was da hintersteckt.
00:15:16: Ansonsten merkt man das natürlich an der Anfahrt mit den Checkpoints und die vermehrte Anzahl der Menschen die hier Unterkunft suchen.
00:15:28: Ja, das sind so die hauptsächlichen Dinge.
00:15:30: Natürlich gehen mit einer vermehrten Anzahl an Menschen und die ganzen Probleme auch einher ja?
00:15:36: Die Mangelnörfe, Pläne durch Wasserknappheit, fehlende Toiletten und die adäquaten Behausungen Und das Mangelernährung natürlich.
00:15:46: von Alfasche zum Beispiel wissen wir dass es eine Unmenge an mangelernährten Kindern geben muss.
00:15:52: Was bedeutet es denn für euer Projekt und auch für eure Arbeit allgemein, wenn ihr auf einmal viel mehr Menschen versorgen müsst als ihr ursprünglich geplant hattet?
00:16:00: Ja wir müssen dann oft priorisieren.
00:16:04: Unser Problem ist hier aber auch dass andere Akteure fehlen.
00:16:08: Das klingt echt nach einer großen eklatanten Lücke.
00:16:11: Christian Wie schätzt Ärzte ohne Grenzen die Gesamtlage im Sudan ein?
00:16:15: was beobachten die Teams in anderen Landes teilen?
00:16:18: letztendlich ist die Lage extrem kritisch im gesamten Sudan.
00:16:23: Überall neben unseren Teams war, dass die Bedarfe steigen aber die humanitäre Hilfe völlig unzureichend ist.
00:16:30: ja seit Ausbruch des Krieges im Jahr dreiundzwanzig es den UN-Organisation nicht gelungen wieder wirklich substanziell operativ Präsenz zu zeigen.
00:16:39: viele internationale NGOs sind nur zögerlich zurückgekehrt oder haben letztendlich dann doch ihre Aktivitäten reduziert sind zwar wieder da aber in einem viel kleineren Ausmaß.
00:16:49: Das zeigen verlassenen UN-Gebäude oder Lagerhäusern mit verblassten Logos.
00:16:54: Und die zeigen wirklich sehr eindrücklich, es gab viele Orts internationaler Hilfe und inzwischen ist sie doch nahezu verschwunden.
00:16:59: das ist einfach sehr bizarr und es muss sich dringend ändern.
00:17:03: Um Menschenleben zu retten braucht es viel mehr internationale Hilfe und mehr Hilfslösierung.
00:17:08: Die Menschen im Sudan brauchen jetzt mehr Hilfe und zwar sofort.
00:17:12: Ja umso besser dass Teams wie Deines Cordula vor Ort sind und die Aktivitäten am Laufen halten Und natürlich auch die Resilienz der sudanisischen Bevölkerung, die das ganze seit Jahren irgendwie mitmacht.
00:17:24: Das ist sicherlich nicht immer leicht.
00:17:25: Du hast eben davon gesprochen dass es sich für dich in Rokero so anfühlt als siehst du dir auf einem Pulverfass.
00:17:32: Da muss ich jetzt mal genauer nach fragen wie sicher fühlt sich denn die Lage vor Ort für dich an?
00:17:37: Ja das Pulver Fass ist natürlich sehr billig.
00:17:40: Man fühlt sich ein bisschen so, das fing eigentlich für mich persönlich schon an der Grenze an vom Chat in den Sudan rein.
00:17:49: Weil du einfach durch die Medien und das was du alles weißt durch Ärzte ohne Grenzen da irgendwie ein bisschen Unterspannung stehst.
00:17:57: also nicht dass ich das jetzt persönlich beeinträchtigt hätte aber es ist dir einfach permanent bewusst und dann siehst du auf der langen Strecke solange es noch asfaltiert ist Und du relativ schnell vorbeikommst an Salenchi zum Beispiel, was eine relativ große Stadt ist und in der sehr auch gekämpft wurde.
00:18:16: Da hat Ärzte ohne Grenzen z.B.
00:18:17: auch unterstützt ein großes Krankenhaus und dort werden täglich verwundete also Kriegsverletzte eingeliefert.
00:18:27: Du siehst auf den Straßen abgebrannte Tanker oder irgendwas.
00:18:31: man sieht dass man nicht in einem friedlichen Land unterwegs ist und das macht schon was mit einem, ganz abgesehen von den Checkpoints.
00:18:41: Und ansonsten wissen wir natürlich dass in den letzten Wochen häufiger Drohnenangriffe stattgefunden hatten nicht nur auf den Märkten und nicht nur off Militärfahrzeuge.
00:18:52: ob das bewusst ist dass zum Beispiel auch ich glaube das war ein Laster mit anderen Gütern drauf ob das Bewusst gezielt gemacht wurde schwer zu sagen.
00:19:02: Man weiß ja, dass man Drohnen eigentlich sehr gezielt versenden kann.
00:19:08: aber es bleibt so eine Grundunsicherheit in einem bestehen und das geht nicht nur mir so.
00:19:15: Ja diese Sicherheitsbedenken werden natürlich auch einen sehr starken Einfluss darauf haben wie ihr plant, wie euch bewegt oder?
00:19:22: Ich glaube wir hatten das vorhin schon angerissen.
00:19:26: Zunächst einmal auf jeden Fall diese Art der Bewegungseinschränkung oder der Zugang zum Projekt.
00:19:32: Das Projekt ist nicht nur sehr abgelegen, es auch durch die Kampfhandlungen schwer zu erreichen.
00:19:38: Vorher wurde mir gesagt das Projekt mit dem Helikopter angeflogen Da hat man Material und Mitarbeiter relativ einfach herbringen können mindestens zwei Tage Fahrt geworden, in der wir auch ja in einem Ort übernachten.
00:20:02: Das sind alles Momente die einen nachdenklich machen.
00:20:12: Wenn ich allein darüber nachdenke Einen meiner Kollegen, ich bin ja auch medizinisch verantwortlich dass es meinen Kollegen gut geht.
00:20:21: Wenn ich jetzt einen internationalen Mitarbeiter wegen einer schwerwiegenden Sache medizinich nach Hause schicken muss dann weiß ich der muss erst mal mindestens zwei Tage im Auto sitzen und je nach Sicherheitssituation kann ich nicht sagen er muss morgen fahren sondern vielleicht ist erst in der nächsten Woche wieder eine Fahrt möglich.
00:20:44: Das sind alles Gedanken, die mir für mich persönlich so ein bisschen keine Magenschmerzen machen aber das ist einfach immer da und natürlich gilt es auch für mich selbst wenn ich meiner Familie was wäre oder wollte jetzt schnell nach Hause dann ist damit schnell nichts zu machen.
00:21:02: Das finde ich schon sehr besonders hier Und das Gleiche sieht man natürlich auch, gleiche Probleme haben natürlich auch unsere Mitarbeiter.
00:21:11: Ich habe mit einem Kollegen gesprochen der möchte oder es hat sich angemeldet für die letzte, fürs letzte Examen seiner Prüfung zum Krankenpfleger und dieses Examen findet in Port Sudan statt und er hat mir erklärt also er hatte seinen Urlaub vom letzten Jahr aufgespart.
00:21:33: Erlaubnis bekommen, das zu tun muss jetzt in etwas einige Tage vorausnehmen um praktisch dreißig Tage zusammenzubekommen weil er nicht von hier einfach nach Port Sudan reisen kann.
00:21:47: Dazu sind hier die Menschen in der Lage wirklich zu erkennen, wer gehört zu meiner Gruppe und wer nicht?
00:21:57: Das geht über Hautfarbe, über Sprache, über den Namen.
00:22:01: Und das wäre einfach zu gefährlich wenn er den kürzesten Weg nach Potsudan nehmen würde, der aber auch bei zu normalen Nichtkriegszeiten übertage dauern würde.
00:22:11: Wenn er dieses Examen verpasst dann muss er das bezahlen und noch mal ein neues Semester machen, was ihn wieder über tausend Dollar kostet.
00:22:21: Und er ist nicht der einzige!
00:22:24: Ich habe von dem anderen jetzt noch gehört, der diese etwas kürzerere Rute versucht hat zu nehmen, die seit acht Tagen unterwegs ist und irgendwo feststeckt.
00:22:35: Die Leute haben mit Sachen zu kämpfen, das kann man sich schlecht vorstellen... Das finde ich schon ein bisschen sehr besonders bei diesem Projekt.
00:22:45: Ja, also das ist nicht nur ein bisschen besonderes, finde ich.
00:22:48: Ich bin echt sprachlos wenn du so beschreibst wie die Menschen es schaffen in einer derartigen Krisen- und Kriegssituation trotzdem ihr Leben weiterzuleben und dann auch noch etwas Alltägliches zu verfolgen wie eine Prüfung.
00:23:00: Also diese fürhin auch schon angesprochene Resilienz der Menschen ist echt bewundernswert!
00:23:04: Wie erlebst du das denn, Cordula?
00:23:07: Absolut, absolut.
00:23:09: Ich persönlich habe allergrößten Respekt wie die Menschen das hinkriegen und das ist ja oft nicht nur einmal.
00:23:16: Die müssen ja oft mehrere Male während der Flucht immer wieder von neuem ihr Leben in die Hand nehmen Und trotzdem wird uns Freundlichkeit und Dankbarkeit entgegen gebracht.
00:23:28: Das hab ich vor allem auf dem afrikanischen Kontinent in vielen Ländern schon erlebt.
00:23:32: unter den schwierigsten Bedingungen Begegnet sie uns mit einem Lächeln.
00:23:38: Also ich kann nur sagen, ich habe einen großen Respekt
00:23:40: davor.".
00:23:41: Ja das erinnert mich... also ich hab auch viele sudanisische Freunde aber das erinnern mich ja immer total an Rwanda und die Resilienz der Menschen, die einfach trotz aller Tragik irgendwie immer noch weiter machen und immer weitermachen.
00:23:56: Was ich eigentlich weiß, aber was aus euren Schilderungen nochmal wirklich ganz anders spürbar wird ist dass dieser Krieg jetzt einfach schon wirklich lange anhält.
00:24:03: Und so beeindruckend das natürlich ist, dass viele Menschen es irgendwie schaffen trotz der grauenvollen Situation ihr Leben irgendwie weiterzuleben und dass zum Beispiel dein Kollege Cordula jetzt trotzdem seine Prüfung macht – das ist wirklich ja beeindrucknd!
00:24:16: Aber da stelle ich mir zugleich schon die Frage warum dieser Krieг überhaupt schon solange anhält?
00:24:20: Und welche Hoffnungen wir auf einen Kriegsende und auf Frieden perspektive scharmen
00:24:24: können?!
00:24:25: Um das zu klären, haben wir mit Gerrit Kurz von der Stiftung Wissenschaft und Politik gesprochen.
00:24:30: Zunächst mal wollten wir von Gerrit wissen was diesen Krieg für ihn besonders ausmacht?
00:24:35: Wir sehen ein erhebliches Maß von Gewalt gegen die Zivilbevölkerung durch die Konfliktparteien.
00:24:41: Wir sehen dass systematisch sexueller und geschlechterbasierte Gewalt eingesetzt wird.
00:24:49: es gibt auch ethnisch gezielte Gewalt Die Untersuchungsmissionen des UN-Menschenrechtsrates sprich sogar von Völkermord, den die Rapid Support Forces in El Fasher im Herbst, zu Jahrzehnten begangen.
00:25:07: Der Krieg ist auch dadurch gekennzeichnet, dass er ein hohes Ausmaß von Internationalisierung zeigt.
00:25:14: Wir sehen das halt sehr viele weitere Akteure starten und nicht staatliche oder parastatlichen Akteuren involviert sind.
00:25:24: Auf beiden Seiten des Konflikts sehen wir dutzende Milizen, semiautonome militärische Einheiten die entweder aufseiten der Rapid Support Forces oder der sudanischen Armee kämpfen.
00:25:41: Daneben auch ein wichtiges Element dieses Krieges ist der Einsatz von Drohnen.
00:25:47: nirgends in Afrika werden so viele Drohnen eingesetzt wie in Sudan und zwar ganz unterschiedlichen Types.
00:25:56: Kleine strategische Drohne, Kamikaze-Drohnen die man nur einmal verwendet oder auch zur Aufklärungszwecken dienen.
00:26:05: und dann gibt es aber auch sehr fortgeschrittene größere Drohnde, die auch deutlich weiterfliegen und höher fliegen, die von beiden Seiten eingesetzt werden eine Luftdimension erschließen und die insbesondere den ASF ermöglichen, an Orten für Unsicherheit zu sorgen wo sie am Boden gar nicht hinkommen.
00:26:29: Gerrit hat ja auch gerade die Drohnen erwähnt und auch unsere Kolleginnen vor Ort und die Menschen die aus Nordtafur geflohen sind berichten viel davon.
00:26:37: Moment Ermeer der eben auch schon mal zur Bord gekommen ist, hat uns geschildert was der Einsatz von Drohne ganz konkret bedeutet.
00:26:43: hören wir doch nochmal zusammen rein.
00:26:48: Es gab jeden Morgen und jeden Abend wahrlosen Beschuss.
00:26:51: Es hörte nicht auf, es wurde kein Unterschied gemacht ob das eine Zivilistin war oder ein kleines Kind.
00:26:57: Die Moschee wurde getroffen dann das Saudi-Krankenhaus
00:27:01: der große
00:27:01: Markt wurde pausenlos beschossen die Hälfte zählte auf die Moschees ab.
00:27:05: Und dann gab es auch völlig wahrlose Beschuss und Drohnen Angriffe.
00:27:09: sie griffen jedes Gebäude an dass sie noch stehen sah.
00:27:13: Sie nahmen es sofort ins Visier.
00:27:18: Ja, echt krass!
00:27:19: Und wir sehen das auch in unseren Projekten im Sudan immer wieder, dass die Kriegsgewalt weit über die eigentlichen Fronten hinausgreift.
00:27:27: Unsere Teams behandeln regelmäßig eine hohe Zahl von Verletzten, die durch Drohnenangriffe verbundet wurden darunter natürlich Frauen und Kinder.
00:27:35: Die Angriffe werden genutzt, um Versorgungswege zu unterbrechen und zivilen Infrastruktur zu zerstören.
00:27:40: Und um in umkämpften Gebieten eine Belagerungssituation herzustellen.
00:27:45: Das betrifft natürlich uns auch als Hilfsorganisation und deshalb fordern wir natürlich das überall in jeder Region weltweit aber natürlich auch hier im Sudan und in jedem Gebiet Menschen lebensrettende Hilfe erhalten müssen und unsere Teams einen sicheren und am Alltag sehr praktikablen Zugang gehalten.
00:28:00: Das ist verbrieft mit internationalem Völkerrecht und das muss einfach eingehalten werden!
00:28:04: Ja, mich würde natürlich ganz konkret noch interessieren.
00:28:06: Was braucht es denn um diesen Konflikt einem Ende näher zu bringen?
00:28:09: Und das haben wir dann Gerrit Kurz natürlich auch gefragt.
00:28:12: Also es bräuchte ein Ende der externen Unterstützung für die Konflikparteien und dafür brauchte es sicherlich eine Einigung eben zwischen zumindest den wichtigsten externen Unterstützern – den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Ägypten, Türkei könnte man vielleicht auch noch... nennen.
00:28:35: Aber das ist eben ein großes Problem, dass Länder sind die da bisher sehr wenig Konsequenzen fürchten mussten auf internationaler Ebene.
00:28:47: im Gegenteil sie sind weiterhin strategische Partner Deutschlands der Europäer und auch der USA.
00:28:53: also es braucht dieses Ende der interzahlen Unterstützung gerade auch von diesen Staaten auf die Konfliktquarteien, die ihm jeweils nahestehen.
00:29:04: Dann eben auch einem Waffensvierstand zuzustimmen.
00:29:08: Dieser wird eben wahrscheinlicher wenn die Koninfliktquateien weniger Mittel haben um sich zu versorgen.
00:29:15: Die internationale Politik ist das eine, die konkrete Hilfe vor Ort ist das andere.
00:29:20: Wenn ich so höre wie dieser Konflikt in dem Land eine Region nach der anderen betrifft, frage ich mich kann Ärzte ohne Grenzen denn da überall tätig werden?
00:29:27: Also Sudan ist ja auch unglaublich groß.
00:29:29: Könnt ihr schnell genug auf diese Veränderungen reagieren Christian?
00:29:32: Naja also Anna in deiner Frage stecken zwei Aspekt und... Natürlich auch ein Dilemma, dass wir nicht zum ersten Mal in diesem Podcast besprechen.
00:29:39: Nämlich die Gesundheit und die medizinischen Bedarfe der Bevölkerung auf der einen Seite und die Sicherheit unserer Mitarbeitenden auf der anderen.
00:29:46: Wir versuchen zu reagieren, wo wir können solange wir die Ressourcen haben, so lange wir den Zugang haben.
00:29:51: aber ständig veränderte Fronten und die Brutalität der Kriegsführung machen das immer wieder sehr schwierig.
00:29:57: Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unser Patientinnen ist absolute Priorität.
00:30:01: ja wenn wir das nicht gewährleisten können dann können wir nicht arbeiten.
00:30:05: Und ein super wichtiger Aspekt ist daher auch die Arbeit von lokalen Gruppierungen, die sich selbst organisieren und Hilfe leisten.
00:30:12: Also vor allen Dingen Gebieten in denen internationale Organisation oder internationale Mitarbeiter von Organisation nicht arbeiten können.
00:30:19: das sehen nicht nur wir so Auch Gerrit Kurz hat dazu seine Beobachtung mit uns geteilt.
00:30:24: Die Menschen in Sudan haben in der Tat eine unglaubliche Widerstandskraft gezeigt insbesondere in der Selbstorganisation, auch und in der selbst Versorgung von medizinischer Hilfe.
00:30:39: Von Zugang zu Wasserstromnahrungsmitteln dort wo es halt insbesondere besonders schwierig ist alles was gerade gebraucht wird.
00:30:49: da haben sich wirklich ganz lokale Bewegungen gebildet ja die so eine Art lokale Selbstverwaltung zum Teil sogar darstellen weil die staatlichen Institutionen, das oft selbst da wo sie formell vorhanden sind gar nicht abdecken.
00:31:05: Das ist einerseits beeindruckend andererseits ist es natürlich so dass diese Menschen im Gegensatz zum Beispiel zu internationalen Mitarbeitern von humanitären Hilfsorganisationen keine Pausen bekommen keinen Erholungsurlaub oder so sondern immer in dieser extremen stressigen und schwierigen Situation sind, auch mit knappen Ressourcen umgehen zu müssen.
00:31:32: Und es ist auch so dass Menschen die sich freiwillig engagieren für ihre eigene Nachbarschaft, für ihre Umgebung Ziel geworden sind und ziel werden von festnahmen willkürlichen Festnahmen sogar Tötungen.
00:31:48: Solche Unterstützungsstrukturen finde ich wirklich sehr beeindruckend.
00:31:52: Um so erschreckender ist es zu hören, dass auch sie das Ziel von Angriffen werden.
00:31:55: Cordula wie sieht es denn mit solchen Netzwerken in deiner Region aus?
00:31:58: Gibt es rund um euer Projekt lokale AkteurInnen oder HelferInnen die sich für Menschen einsetzen?
00:32:04: Also wenn lokale Akteure da sind auf jeden Fall, aber das ist ja ein Problem was wir jetzt hier auch wieder sehen seit diesen Kürzungen vom letzten Jahr für die ganzen NGOs.
00:32:15: Da ist es sehr schwierig geworden.
00:32:18: Es ist nicht nur dass der Personal gekürzt wird Die werden nicht richtig und zeitlich versorgt mit Medikamenten und Material so dass es häufig dazu führt dass diese Akteure ihre Aktivitäten schließen oder das nur auf dem Papier steht.
00:32:36: Wir haben dann offen, aber dann ist doch trotzdem geschlossen oder dass wir Patienten hier sehen die eigentlich von diesen Akteuren versorgt werden müssten und die dann aber zu uns kommen und sagen, sie haben keine Medikamente.
00:32:50: Die haben gesagt, wir sollen es auf den Markt kaufen.
00:32:53: Das sind alles Dinge, die passieren.
00:32:55: Ja und wie wirkt sich das auf deine oder eure Arbeit aus, wenn andere Akteurinnen keine Hilfe mehr leisten können?
00:33:01: Ganz konkret bei uns.
00:33:02: Wir sind eigentlich, das nennt sich secondary healthcare Das heißt wir versorgen nicht wie ein Hausarzt jetzt einfachste Erkrankungen Sondern eher wenn Notfälle sind und die Menschen hospitalisiert werden müssen.
00:33:17: Und eigentlich hat dieses Gesundheitszentrum die Aufgabe, diese weniger schwerwiegenden Erkrankungen zu behandeln.
00:33:24: Die Menschen zu untersuchen und sie mit Medikamenten wieder nach Hause zu schicken oder wenn es ihnen schlechter geht dann zu uns zu transferieren.
00:33:33: Wenn aber dort schon alle Medikamente fehlen Dann kommen natürlich ein großer Influx zu uns weil die Menschen die Medikamente suchen Und das hat riesige Auswirkungen auf unser Budget, wir können da gar nicht entsprechend darauf antworten weil uns dann wahnsinnig schnell die Medikamente direkt ausgehen würden.
00:33:59: Unser Projekt ist ja darauf nicht angelegt und das sehen wir aber an vielen Stellen dass diese Gesundheitszentren sind ja meistens eigentlich geführt vom Ministerium der Gesundheit In aller Regel irgendwie in irgendeiner Form unterstützt von einer anderen Nicht-Regierungsorganisation.
00:34:22: Und wenn denen die Gelder da ausgehen, dann liegt der Laden lahm kann man so sagen.
00:34:28: Ja Koda ist echt erschreckend wie dann Strukturen, die sonst gut ineinander greifen einfach zusammenfallen und es an Versorgung und Unterstützung fehlt?
00:34:38: Und klar, wir als NGO können das nicht alles auffangen was wegfällt.
00:34:42: Wir tun natürlich was wir können aber zumindest unsere Aktivitäten können wir beibehalten oder sogar ausbauen.
00:34:48: den Dank unserer SpenderInnen können wir uns ohne Fördergelder finanzieren und sind dadurch selbst nicht direkt von diesen Fanding Cuts betroffen.
00:34:56: als Organisation Das ist nicht nur im Sudan gerade echt wichtig.
00:35:00: daher möchte ich euch liebe Hörerinnen wenn ihr uns finanziell unterstützt wirklich sehr dafür danken.
00:35:05: Aber Geld ist auch ein Stichwort, das auf politischer Ebene extrem wichtig ist.
00:35:10: Wir nehmen diesen Podcast Ende März auf und wenn er dann Ende April erscheint wird in Berlin bereits eine große Geberkonferenz zum Sudan stattgefunden haben.
00:35:17: Dort geht es um finanzielle Mittel zur Förderung der humanitären Hilfe im Sudan.
00:35:22: Auf dieser Konferenz wird sich entschieden haben ob es mehr Geld gibt oder nicht.
00:35:27: Ich bin wirklich sehr gespannt was die Ergebnisse dieser Konference sein werden.
00:35:32: Das wissen wir jetzt Zum Zeitpunkt der Aufnahme natürlich nicht, aber wir können euch lieber hörenen.
00:35:37: Dann in diesen Show Notes ein paar Quellen verlinken wo ihr nachschauen könnt wie es im April dann tatsächlich um die Finanzierung der Hilfen für den Sudan steht.
00:35:46: Ja und auch wenn die Konferenz zur Ausstrahlung dieses Podcasts natürlich schon vorbei sein wird, finde ich es wichtig das noch einmal zu betonen wie dringend ausreichende internationale Hilfsmittel für den Sudan sind.
00:35:56: So wie das in dieser Folge heute klang werden die Folgen dieses Konflikts in der Region noch sehr lange zu spüren sein ganz egal wie sich der Krieg in den kommenden Monaten weiterentwickelt.
00:36:04: Also Anhalt ist auf jeden Fall so.
00:36:06: Und bei allen Schwierigkeiten, die wir erleben und den Steinen, die uns in den Weg gelegt werden – Wir sind sehr entschlossen im Sudan weiter Hilfe zu leisten auch noch mehr Hilfe zu leisten wenn es möglich ist.
00:36:15: Dafür braucht das aber auch die Bundesregierung von Deutschland Die ihren Einfluss als wichtiger Geberstaat der UN und größter Geldgeber für die humanitäre Hilfe im Sudan dafür sorgen muss dass wirksame Hilfe geleistet werden kann.
00:36:30: Und mit dieser klaren Handlungsaufforderung wollen wir dieses Thema für heute erst einmal beschließen, vielen Dank liebe Cordula dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast
00:36:39: auch von mir.
00:36:39: echten Riesen dank liebe Cordola und vielen Dank auch an Gerrit Kurz von der Stiftung Wissenschaft und Politik.
00:36:44: ja danke auch an euch.
00:36:46: ich bin auch sehr froh das ich mal hier sozusagen aus viel berichten konnte und hoffentlich tragt ihr es weiter macht's gut und bleibt gesund.
00:36:55: Und wenn ihr, liebe Hörerinnen jetzt noch Fragen an Codula habt dann schreibt uns doch bitte in die Kommentare oder unter notaufnahmeetärzte-ohne-grenzen.de.
00:37:06: Wir freuen uns wie immer auch über Anregungen, Kritik und andere Vorschläge für weitere Folgen.
00:37:11: Die Mailadresse packen wir euch natürlich in die Show Notes und genauso alle Links zu den aktuellen Infos und dem Followup zur Sudan Konferenz.
00:37:18: Und wenn ihr weiter auf dem Laufenden bleiben wollt das nächste Mal hört es schon in zwei Wochen von uns.
00:37:23: da gibt es dann die nächste Folge unseres neuen Videopodcasts fünf Minuten Notaufnahme Deine Dosis Wissen mit meiner und unserer Kollegin Patricia.
00:37:31: Ja, und folgt uns auch gerne auf dem YouTube-Kanal von Ärzte ohne Grenzen oder diesen Podcast hier zum Beispiel bei Spotify, Apple-Podcasts oder wo auch immer ihr uns gerade hört.
00:37:40: Danke!
00:37:40: Das war's jetzt.
00:37:40: Tschüss!
00:37:54: Christian Konradi.
00:38:04: Projektleitung Clara Schneider, Andreas Kob und Regina Bischoff.