Alle Episoden

Erdbeben in der Türkei und Syrien: Wenn Häuser zur Gefahr werden

Erdbeben in der Türkei und Syrien: Wenn Häuser zur Gefahr werden

‧ 42m 25s

Die Häuser waren eingestürzt, die Geschäfte geschlossen, die Gespräche verstummt: “Es war wie in einer Geisterstadt”, beschreibt Marcus Bachmann den Eindruck, den er beim ersten Betreten der türkischen Stadt Malatya nach den Erdbeben vom 6. Februar gewann. “Die Stimmung war bedrückend, viele haben ihre Lebensgrundlage und ihre Angehörigen verloren”, berichtet der Notfallkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in der neuen Folge der “Notaufnahme”.

Die zwei Erdbeben hatten katastrophale Folgen für den Südosten der Türkei und Nordsyrien: Bis Anfang Mai wurden fast 60.000 Tote geborgen und mehr als 118.000 Verletzte registriert. Millionen Menschen waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Sie leben derzeit...

Noma - eine vernachlässigte Krankheit

Noma - eine vernachlässigte Krankheit

‧ 36m 29s

Als die Krankenpflegerin Fabia Casti ihren Einsatz in dem auf Noma spezialisierten Krankenhaus im nigerianischen Sokoto begann, hatte sie nur eine sehr vage Vorstellung von der vernachlässigten Krankheit. “Ich konnte mir überhaupt kein Bild davon machen, was bei Noma konkret passiert, was die Patient*innen durchmachen oder wie ihr Umfeld reagiert”, erzählt die Pflegerin im Podcast. Umso bewegender war es dann, als sie das erste Mal das Krankenhaus betrat und die Auswirkungen mit eigenen Augen sah.

Was man bisher weiß: Noma ist eine bakterielle Erkrankung, die mit einer Zahnfleischentzündung beginnt. Innerhalb weniger Tage zerstört die Infektion Knochen und Gewebe im Gesicht....

Ohne sie bricht alles zusammen: Frauen im afghanischen Gesundheitssystem

Ohne sie bricht alles zusammen: Frauen im afghanischen Gesundheitssystem

‧ 38m 26s

Als Ende des vergangenen Jahres die Meldungen über die neuen Verschärfungen in Afghanistan kamen, war bei Stefanie Brockt die Sorge um ihre Kolleginnen groß: Erst hatte die De-facto-Regierung Frauen den Besuch von Universitäten verboten. Kurz darauf folgte dann ein Erlass, der Frauen verbot, für Nichtregierungsorganisationen zu arbeiten. Stefanie Brockt arbeitete als Anästhesistin im Geburtskrankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Khost. Neun von zehn Mitarbeiter*innen dort sind weiblich – insgesamt sind es rund 280 afghanische Frauen. “Wir waren alle geschockt, viele Kolleginnen sind erstmal verstummt”, erinnert sich Stefanie Brockt im Podcast.

Bisher sind Organisationen, die im Gesundheitswesen arbeiten, nicht...

Behandlung auf Augenhöhe: Wie Patient*innen unsere Projekte mitgestalten

Behandlung auf Augenhöhe: Wie Patient*innen unsere Projekte mitgestalten

‧ 35m 15s

Ärzte ohne Grenzen ist eine Nothilfeorganisation – und dennoch in anhaltenden Krisen für mehrere Jahre im Einsatz. Das wirft die Frage auf, was nachhaltige Hilfe konkret bedeutet. Damit beschäftigt sich Peter Grabitz. Der Arzt engagiert sich in einer Initiative von Ärzte ohne Grenzen, die unsere Projekte noch stärker an den Bedürfnissen der Menschen in den Einsatzländern ausrichten und ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten stärken will. “Ein humanitäres Programm aufzulegen, ohne nach den Bedürfnissen der Menschen zu fragen, ist wie ein Hemd zu schneidern, ohne Maß zu nehmen”, sagt Grabitz.

Wie wir Patient*innen besser einbinden können, hat der Arzt bereits in verschiedenen Projektländern untersucht....

Nothilfe in Syrien – Gewalt und Verzweiflung im Lager al-Hol

Nothilfe in Syrien – Gewalt und Verzweiflung im Lager al-Hol

‧ 36m 47s

Ein Zeltlager mitten in der Wüste: überall liegt Staub, die Sicherheitskräfte sind stark bewaffnet, Zäune begrenzen die Ränder. “Während meiner Einsätze für Ärzte ohne Grenzen habe ich selten eine bedrückendere Lage erlebt als in al-Hol”, erinnert sich Christoph Hey.

Hey arbeitete als Projektkoordinator in dem Geflüchtetencamp im Nordosten Syriens nahe der Grenze zum Irak. Das Lager ist alles andere als gewöhnlich: Den rund 53.000 Bewohner*innen wird eine Verbindung zum “Islamischen Staat” nachgesagt. 11.000 der Bewohner*innen gelten als besonders radikal. Sie stammen aus mehr als 60 Ländern, darunter auch aus Deutschland. Die Bedingungen in dem Lager – das mehr ein Freiluftgefängnis...

Die Welt als Arbeitsplatz – Internationale Helfer*innen berichten

Die Welt als Arbeitsplatz – Internationale Helfer*innen berichten

‧ 42m 52s

Sambia, Sudan, Usbekistan, Sierra Leone, Deutschland: Das sind nur einige der Länder, in denen Norman Sitali für Ärzte ohne Grenzen aktiv war. Seit 22 Jahren schon arbeitet Sitali in verschiedenen Rollen bei der medizinischen Hilfsorganisation, aktuell als sogenannter “Medical Operations Manager” im Berliner Büro. Sein Werdegang zeigt eindrücklich auf, wie eine Karriere als internationaler Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen aussehen kann und dabei an viele Orte der Welt führt.

Dieser Lebensstil ist jedoch nicht immer einfach – speziell für die Familienangehörigen. “Als ich meiner Familie zum Beispiel sagte, dass ich mit Ärzte ohne Grenzen in den Sudan gehe, waren sie...

Aus Krisengebieten berichten: Mit Kamera, Respekt und Fingerspitzengefühl

Aus Krisengebieten berichten: Mit Kamera, Respekt und Fingerspitzengefühl

‧ 38m 5s

"Wir wollen zeigen, dass unsere Patient*innen grundsätzlich starke Menschen sind. Nur in diesem einen Moment brauchen sie Hilfe – und in diesem sind wir als Ärzte ohne Grenzen für sie da." Oliver Barth und Lena Pflüger haben hohe Ansprüche, wenn sie aus Krisengebieten berichten. Beide arbeiten als Redakteur*innen für Ärzte ohne Grenzen. Sie erzählen von den medizinischen Projekten, den Patient*innen und den Tätigkeiten unserer Hilfsorganisation. Regelmäßig gehen sie dafür auch in Länder, in denen wir im Einsatz sind – vor allem in jene, die medial kaum Beachtung finden. Zuletzt haben sie im westafrikanischen Niger Projekte besucht, in denen unsere Teams...

Ankündigung – Wechsel in der Moderation

Ankündigung – Wechsel in der Moderation

‧ 7m 55s

Unsere Co-Moderatorin Anna Dushime wird bald Mutter. Wir wünschen dir an dieser Stelle alles Gute! Bevor die Journalistin in Elternzeit geht, übergibt sie das Moderationszepter für die “Notaufnahme” an ihre Vertretung. Deren Stimme kennen aufmerksame Hörer*innen vielleicht schon: Christian Conradi ist nicht nur seit langer Zeit Produzent unseres Podcasts, sondern hat auch am Ende jeder Folge immer die jeweiligen Verantwortlichen genannt. Für die nächste Zeit wird er nun auch im Moderationsteam mit Christian Katzer, dem Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, durch die Episoden führen. In dieser Folge stellt sich Christian Conradi vor und erzählt, wie er Podcaster geworden ist. Die...

Der Appetit muss wiederkommen – Mangelernährung im Südsudan

Der Appetit muss wiederkommen – Mangelernährung im Südsudan

‧ 34m 0s

Chuong wiegt knapp die Hälfte dessen, was ein Kind normalerweise in seinem Alter wiegt. Dazu hat der Zweijährige hohes Fieber und leidet an Malaria und Tuberkulose. “Ich hatte Angst, dass er nicht überleben wird”, erinnert sich der Kinderarzt Nicolas Aschoff. Sein Team arbeitete in unserer Klinik im Vertriebenenlager Bentiu im Südsudan Tag und Nacht daran, den kleinen Patienten zu retten.

Fälle wie die von Chuong sind in dem Camp mit seinen mehr als 100.000 Bewohner*innen keine Seltenheit. Nicolas Aschoff behandelte während seines Einsatzes viele mangelernährte Kinder – und es wurden immer mehr. Die Gründe für die Not sind vielfältig.

Im...

Intensivstation auf Schienen - Leben retten in der Ukraine

Intensivstation auf Schienen - Leben retten in der Ukraine

‧ 37m 25s

“Werden wir heute Nacht bombardiert?” ─ Anja Wolz weiß es nicht. Die Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen ist mit Kolleg*innen und Patient*innen im Keller eines Krankenhauses in Kiew. Sie weiß nur, dass sie die nächsten Stunden nicht schlafen wird. Die Anspannung ist groß, das Adrenalin hält sie wach. Neben ihr werden Menschen medizinisch versorgt, andere lesen besorgt Nachrichten auf ihren Smartphones.

Nächte wie diese sind keine Seltenheit, seit Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angegriffen hat. Der Krieg hat laut Angaben des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) bisher rund zwölf Millionen Menschen zur Flucht im eigenen Land oder ins...