Nothilfe zum Anhören
00:00:01: Und dann kann man errechnen, dass wir den Lebensmittelpunkt von ungefähr dreißigtausend bis fünfzigtausenden Menschen auf der Karte markiert haben und damit eine bessere Voraussetzung schaffen.
00:00:10: Damit wir sie mit unserer medizinischen Nothilfe erreichen können.
00:00:33: Wir verlassen uns im Alltag darauf, dass Hilfe weiß wo sie hin muss.
00:00:37: Dass Wege bekannt sind, Routen funktionieren.
00:00:39: In vielen Einsatzländern von Ärzte ohne Grenzen ist genau das eine der größten Herausforderungen und trotzdem ist es die Grundlage dafür, dass medizinische Hilfe überhaupt ankommen kann.
00:00:48: Heute geht's darum wie ihr liebe HörerInnen Die Arbeit von Ärzte ohne Grenze ganz praktisch unterstützen könnt und zwar von zu Hause mit Laptop, Maus und ein bisschen Hilfe vom Mitarbeitenden von Ärtztöne Grenzen.
00:00:59: Das klingt total einfach und das ist es sogar auch.
00:01:01: Und darüber werden wir heute sprechen, dafür haben wir uns heute meine Kollegin Annika Figehen eingeladen.
00:01:06: Sie arbeiten bei uns im Berliner Büro und organisiert Aktionen wie zum Beispiel Mapatons bei denen alle mitmachen können die unsere Nothilfearbeit mal für einen Abend, für zwei-drei Stunden tatkräftig unterstützen wollen.
00:01:17: Herzlich willkommen!
00:01:18: Liebe Annika.
00:01:18: Hallo Annika schön dass du da bist.
00:01:20: Hallo ihr Zwei, danke für die Einladung.
00:01:22: Annika wir sprechen ja heute darüber wie Menschen die eure Arbeit unterstützen möchten das von ihrem Laptop aus tun können.
00:01:28: aber bevor wir da ganz konkret darauf eingehen starten wir doch erstmal mit dem Problem das die Unterstützenden lösen können.
00:01:34: vor welcher Herausforderungen stehen die Teams von Ärzte ohne Grenzen immer wieder wenn sie medizinische Nothilfen weltweit ermöglichen?
00:01:40: Neben vielen Herausforderungen, die es bei Ärzte und den Grenzen gibt in unserer täglichen Arbeit müssen wir wissen wo die Menschen sind, die wir erreichen wollen.
00:01:48: Und daran denkt man vielleicht im Alltag überhaupt nicht weil wir eine Karten App auf unserem Handy haben und das Ziel einfach eingeben und losfahren.
00:01:56: In vielen unserer Einsatzgebiete funktioniert das jedoch nicht, weil es dort oft nur unzureichende oder keine Kartenmateriale gibt.
00:02:04: und an dem wir uns orientieren können.
00:02:09: Im Grunde zwei Szenarien.
00:02:10: Zum einen leisten wir ja medizinische Nothilfe in Regionen, indem die Menschen sonst keinen Zugang zur medizinischen Versorgung haben.
00:02:17: Die Gebiete sind zum Teil schwer erreichbar und sehr weitläufig Und auch viele Menschen legen lange Wege zu Fuß oder mit einfachen Transportmeltern zurück um unsere Einrichtungen zu erreichen und dann versorgt zu werden.
00:02:31: Damit wir genug Kapazitäten und Hilfsgüter für diese Menschen zur Verfügung haben, müssen wir wissen wie viele Menschen in der Region leben.
00:02:38: Und ohne zuverlässiges Kartenmaterial ist das für uns sehr schwer
00:02:41: einzuschätzen.".
00:02:43: Das leuchtet mir total ein – ich nehme heute aus Kigali auf!
00:02:47: Bis vor Kurzem war es auch unmöglich mit Google Maps hier wirklich voranzukommen aber es hat sich jetzt geändert.
00:02:53: Aber Annika du hast ja von zwei Szenarien gesprochen.
00:02:55: was ist denn das zweite Szenario?
00:02:57: Das zweite Szenario sind zum einen Naturkatastrophen.
00:03:01: Zum Beispiel Erdbeben, das verändert eine Landschaft und die Infrastruktur in einem Gebiet total.
00:03:06: Da brauchen wir im ersten Schritt schnell aktualisiertes Kartenmaterial um zu eroieren wie viele Unterstützung vor Ort gebraucht wird.
00:03:15: Und dann natürlich im nächsten Schritt wenn die Region wieder aufgebaut wird muss das Karten Material neu erstellt werden weil sich die Gebäude und Infrastruktur danach ja total geändert haben.
00:03:25: Und da nutzen wir OpenStreetMap für eine freizugängliche Weltkarte, die gemeinsam von Menschen auf der ganzen Welt erstellt wird.
00:03:34: Die Daten gehören allen und können frei genutzt werden und weiterentwickelt werden.
00:03:39: Und das ist gerade im humanitären Kontext wichtig, weil lokale Communities mitentscheiden können vor Ort wie ihre Region dargestellt wird.
00:03:47: Denn Karten waren historisch nie neutral und wurden auch eine lange Zeit aus einer sehr externen Perspektive dargestellt ohne auf die Sicht von Menschen vor Ort miteinzubinden.
00:03:57: Also wir benötigen bei Naturkatastrophen die Karten für die erste Hilfe und dann aber auch für den Wiederaufbau.
00:04:03: Naja, ist ja nicht nur historisch!
00:04:04: Wir haben jetzt gerade auch immer wieder Fälle wo Regionen dieser Welt unbenannt werden und das nicht immer nur auf Zustimmung trifft.
00:04:10: Aber zurück zu unserer Arbeit.
00:04:12: selbst ohne akute Katastrophe verändern sich Wege- und Routen ständig.
00:04:15: also es gibt Regenzeiten da muss man anders gefahren werden.
00:04:20: auch die Wege die zum Beispiel durch Wüstenregionen führen.
00:04:23: Die sind immer dem angepasst, wo die Landschaft es gerade hergibt.
00:04:27: Wo der Sand gerade trägt etc.
00:04:29: Es gibt immer wieder unpassierbare Straßen oder sich verschiedene Frontlinien also da muss einfach permanent angepaszt werden.
00:04:34: verlässliche Karten sind deshalb wirklich eine wichtige Grundlage für unsere Arbeit und sichere Einsätze für Tagespläne dafür dass medizinische Hilfe ankommt.
00:04:44: wie ihr wisst sind ja neunzig Prozent unserer Mitarbeitenden von vor Ort rekrutiert.
00:04:48: unser lokalen Mitarbeiter erleichtern uns häufig den Zugang zur Bevölkerung und helfen uns Vertrauen aufzubauen.
00:04:54: Und gerade in Regionen mit sehr angespannten politischen Lagen ist dieses Vertrauen wirklich extrem wichtig, dass wir das Kartenmaterial benötigen um die medizinische Versorgung für die Menschen dieser Region zu ermöglichen zu können.
00:05:07: Das wollen wir als lokal dann auch zeigen.
00:05:09: Für beispielsweise groß angelegte Infektion ist es für uns essentiell verlässliches Karten Material zu haben die Menschen zu erreichen, zum einen wissen wo sie sind und zum anderen auch wirklich das richtige Material da zu haben.
00:05:23: Und zu wissen wie viele Leute leben denn
00:05:25: da?
00:05:25: Darüber macht man sich gar keine Gedanken mehr.
00:05:28: Wir gehen davon aus dass wir unser Smartphone zücken und jede Region in der Welt entsprechend schon verzeichnet ist also dass man freien Zugang zu diesen Informationen hat.
00:05:38: Jetzt bin ich aber gespannt wie ich von Kigali oder Deutschland mit meinem Laptop bei diesem Problem unterstützen kann.
00:05:44: Anika kannst du uns erklären?
00:05:47: Und noch eine Frage.
00:05:47: Mapathon ist ja, oder Mapathon?
00:05:49: Oder das ist ein Kombi-Wort aus Map und Hackathon?
00:05:54: Was bedeutet das eigentlich überhaupt?
00:05:56: Ja fast es ist ne Mischung aus Map'n und Marathon.
00:05:59: was sich dann daraus zusammensetzt und das Wort Mapathon bildet Und wie wir das machen, ist dass wir eine Community haben die anhand von Satellitenbildern zusammen mit uns die Region kartiert.
00:06:12: Ich kann das an einem Beispiel mal erläutern Anfang September letzten Jahres gab es in der demokratischen Republik Kongo einen Ebola-Ausbruch und da haben wir von unserem Netzwerk die Information bekommen, dass wir dringend unterstützen sollen das betroffene Gebiet zu kartieren um eine klare Vorstellung davon zu bekommen, wie viele Menschen vor Ort dann Unterstützung brauchen von uns.
00:06:33: Und um das mal einschätzen zu können – das Gebiet um das es ging hatte ungefähr eine Fläche so groß wie Slowenien und das Gebiet zu kartieren war wichtig, um einschätzen zu können, wieviele Impfdosen ungefähr gebraucht werden.
00:06:46: denn ist generell bei der Einschätzung von Impftosen ist es logistisch sehr herausfordernd da die Impfdose gekühlt werden müssen oder der Impfstoff gekühlten muss.
00:06:56: Und ja, das alles ein relativ komplexer Prozess ist.
00:07:00: Wir waren natürlich auch sehr unter Zeitdruck da Ebola sehr ansteckend ist und die Mitarbeitenden in den Projekten haben da auch mitkartiert.
00:07:07: Das war eine unglaubliche Dynamik und noch in der Nacht also wir haben an dem Abend kartiert und noch In der Nacht wurde unser Material was wir erstellt hatten dann von Expertinnen validiert und konnte direkt für die Impfkampagne eingesetzt werden.
00:07:22: Sehr schön war in dieser Aktion, dass innerhalb von den ersten dreißig Tagen nach dem Ausbruch mehr als zweihunderttausend Gebäude kartiert wurden.
00:07:31: Das ist eine unglaubliche Zahl und der Ebola-Ausbruch dank auch dieser Information eingedämmt werden konnte und bereits nach zweiundvierzig Tagen für beendet erklärt werden konnte.
00:07:42: Und ja das war einfach ne unglaublich großartige Leistung und zeigt den Einfluss, den wir haben können auch von unseren Laptops aus egal wo man is'.
00:07:49: Das
00:07:49: ist echt cool.
00:07:50: Also ich wusste nicht, dass man die Arbeit von Erze ohne Grenzen so konkret von wo auch immer aus quasi unterstützen kann.
00:07:56: aber wie das genau funktioniert und wie ihr liebe Hörerinnen da ganz konkret mitmachen könnt das besprechen wir gleich noch detailliert.
00:08:03: Genau also dieses ehrenamtliche Engagement von vielen Menschen ist für uns neben den Spenden natürlich total wertvoll ja?
00:08:08: Wir brauchen Geld um unabhängig arbeiten zu können.
00:08:11: Ganz wichtig Materialien kaufen Teams vor Ort bezahlen etc.
00:08:14: Aber wir brauchen natürlich Das alles drum herum und da spielen die Karten eine große Rolle.
00:08:18: Und damit wir wirklich konkret an den Patienten arbeiten können, müssen wir halt Hintergründe wissen.
00:08:24: Wir müssen wissen was passiert und ne Grundlage haben umarbeiten zu können ja?
00:08:28: Daher haben wir als Erzene Grenzen ein eigenes GIS-Center also GIS steht für Geografisches Informationssystem auf Englisch gegründet.
00:08:37: Dieses Center sammelt die geografischen Daten, die so anfallen oder kümmert sich zum Beispiel auch um diese Mapartons erstellt Karten etc... analysiert und visualisiert sie, um unsere humanitären medizinischen Einsätze gezielt unterstützen zu können und Entscheidungen zu erleichtern.
00:08:53: Dieses GIS-Center hilft zum Beispiel zu verstehen wo etwas passiert oder wenn was passiert
00:09:00: z.B.,
00:09:01: ja wo Menschen leben, wo Straße oder Wegen verlaufen und daher wo die Hilfe am besten eingesetzt werden kann und der Entscheidung, wie wir am besten vorgehen.
00:09:13: Wie wir Ressourcen aufteilen, wo zum Beispiel halt ein Team sich eine Basis einrichten sollte
00:09:19: etc.,
00:09:19: um wirklich in einer Bevölkerung erreichen zu können.
00:09:22: gut Wir stehen mit dieser ganzen GIS-Arbeit wirklich vor kontinuierlichen Herausforderungen die Karten wirklich nie wirklich fertig sind.
00:09:30: Zum einen haben wir gerade schon drüber gesprochen, Orte verändern sich ständig, neue Gebäude entstehen, Wege verändern sie, die Bevölkerung bewegt sich und deshalb müssen die Katen auch laufend aktualisiert werden und weiterentwickelt um wirklich verlässlich zu bleiben.
00:09:44: Und das passiert auch direkt in unseren Projekten, weil wir natürlich vor Ort sind.
00:09:47: Wir wissen dann wie es wirklich aussieht nicht nur, wie's vielleicht auf einem Satellitenbild oder so ein Open-Street-Map aussieht sondern da haben die Kollegen in den Vorort, die auch sagen können ja, dass passt wirklich.
00:09:58: Da ist zum Beispiel mein Kollege Jongi Ado der als GIS Specialist im Charter und an der Grenze zum Sudan gearbeitet hat.
00:10:06: dort hat er unser Team unterstützt um wirklich ein aktuelles Bild der Bedarfe, den geflüchteten Menschen aus dem Sudan zu bekommen.
00:10:13: Lass uns doch mal zusammen reinhören, was ja konkret von seiner Arbeit
00:10:16: berichtet.".
00:10:20: Meine Aufgabe bei Ärzte ohne Grenzen besteht darin, Karten zur Verfügung zu stellen.
00:10:25: Wir stellen im ersten Schritt Basiskarten – die dienen dazu einen Überblick zu verschaffen!
00:10:30: Wo sich Cams von Geflüchteten befinden und was in den Camps ist.
00:10:33: Also wo sich die Menschen aufhalten, wie die Infrastruktur aussieht, sofern bereits eine vorhanden ist.
00:10:38: Und dann werden diese Karten als Grundlage dafür genutzt, die Teams von Ärzte ohne Grenzen in ihren Entscheidungen zu unterstützen also ganz konkret dabei wo zum Beispiel ein Krankenhaus gebaut wird oder wo wir eine Wasserstelle oder Latrinen platzieren.
00:10:52: Das hilft enorm, um innerhalb kurzer Zeit gute Entscheidungen fällen zu können.
00:10:56: Die größte Herausforderung für uns ist aber dass diese Camps nicht statisch sind.
00:11:00: sie leben Sie verändern und entwickeln sich wie die Menschen auch.
00:11:04: Es kommen neue Menschen hinzu andere verlassen die Camps wieder.
00:11:07: das Camp wird größer woanders werden wieder Teile abgebaut.
00:11:11: Im Grunde müssen wir in einer Situation wie hier dieselben Karten immer und immer wieder aktualisieren und überarbeiten, um ein aktuelles Bild liefern zu können.
00:11:23: Ja das ist echt total spannend!
00:11:25: Mir ist aber noch nicht ganz klar, wie dieses Kartieren funktioniert.
00:11:28: Anika?
00:11:28: Kannst du mir ganz konkret erklären was ihr da macht bzw.
00:11:32: was ich da machen könnte wenn ich mitkartieren würde so als wäre ich fünf am besten?
00:11:37: Ja klar, gerne.
00:11:38: Also wir kattieren entweder online oder bei Live-Mapartons und das läuft so ab dass wir erstellen ein konkretes Projekt an dem Tag oder Abend, an dem wir kartieren und erklären bei dem Event dann wofür die Karten gebraucht werden also in welchem Land wird kartiert?
00:11:53: Und was?
00:11:54: um welches MSF oder eine Grenzenprojekt handelt es sich?
00:11:58: Und dann helfen wir beim Erstellen eines Accounts im Hot-Tasking Manager.
00:12:03: Das ist das System, in dem wir kattieren – das ist ganz einfach!
00:12:06: Man muss sich da nur registrieren und wie gesagt unterstützen die ganze Zeit.
00:12:10: Danach starten wir gemeinsam mit einer Einführung und suchen Satellitenbilder nach Gebäude ab.
00:12:16: Jede Person bekommt einen kleinen Kartenausschnitt bzw eine Kachelnennensich das dann in dem System und sucht dort nach Gebärden.
00:12:24: Vorher besprechen wir natürlich gemeinsam in der jeweiligen Region aussehen, typischerweise.
00:12:30: Und wenn jemand ein Gebäude findet wird es direkt markiert, eingezeichnet und abgespeichert.
00:12:36: Gerade im Gegenden mit wenig Gebäuden ist das ein richtig tolles Erlebnis, wenn man dann mal ein Gebärde entdeckt.
00:12:42: Es sind bei den Lappatons auch immer erfahrene Mapperinnen dabei die unterstützen und wir beantworten natürlich jederzeit Fragen, die gestellt werden.
00:12:53: Und weil die Frage auch immer bei den Mapartons kommt, möchte ich noch betonen dass es sehr wichtig ist, dass wir auf unsere Community angewiesen sind.
00:13:01: Denn das Thema künstliche Intelligenz wird zwar immer populärer allerdings ist es so, dass beim Kartieren die künstlichen Intelligenzen unterstützen kann zum Beispiel indem sie Satellitenbilder schneller auswertet und Strukturen erkennt aber sie versteht den lokalen Kontext noch nicht.
00:13:17: und ob zb ein Weg oder eine Straße sicher ist, ob ein Gebäude wirklich oder ein Krankenhaus, um was es sich genau handelt.
00:13:26: Oder auch welche Informationen sensibel in diesem Kontext sind können nur von Menschen beurteilt werden und für verlässliche humanitäre Karten braucht es deshalb weiterhin menschliche Kartiere auf die wir angewiesen
00:13:38: sind.".
00:13:39: Ja genau und weißt du auch, dass die Kaida an ihre Grenzen kommt kann ich mir total gut vorstellen.
00:13:44: Auch einfach aus meiner Erfahrung heraus ist es wirklich toll das wir immer wieder so viele Menschen haben die uns unterstützen diese Karten zu erstellen weil Wie Annika hat es gerade jetzt relativ sehr arbeitsaufwendig.
00:13:58: Man muss da wirklich Bild für Bild durchgehen, dann guckt man auf das Zertiliten-Bild und dann wieder auf die Karten könnte das sein?
00:14:03: und da man Kreismachen mit ihm ansprechen.
00:14:05: also das ist wirklich recht intensiv und macht aber Spaß ja.
00:14:09: von daher würde ich mich freuen wenn es noch mehr Leute gibt sie sich dafür interessieren.
00:14:13: wir haben mit Marie gesprochen eine Freiwillige die bei einem der Live-Mapathons für uns kartiert hat und Sie hat uns für diese Folge erzählt wie sie den Wappathon wahrgenommen hat.
00:14:22: lasst uns doch mal kurz reinhören.
00:14:23: Was ich an Mapathons mag, ist glaube ich das jeder und jeder einfach mitmachen kann.
00:14:28: Ich habe auch schon richtig oft Freundinnen zu mir nach Hause eingeladen Und wir saßen zusammen für den Bildschirmen Und ich lerne auch jedes Mal was Neues und das ist auch ziemlich cool, sei es am Anfang durch die Einführung und die Einblicke in den Projektarbeit von Ärzte und Grenzen.
00:14:42: Aber auch der Austausch in der Gruppe sorgt dafür dass ich jedes mal beim Kartieren etwas Neues lerne, was wirklich Spaß macht und ich finde dann auch irgendwie eine ganz entspannende Aufgabe weil man irgendwie weiß wofür man es macht Und das ist schon richtig cool.
00:14:56: Und am Ende des Abends ist natürlich auch total motivierend zu sehen, was man alles geschafft hat in der gemeinsamen Zeit und mit der Gruppe zusammen und zu sehen wie viele Häuser man digitalisiert hat die eben vorher nicht auf Karten sichtbar waren und sich dann halt auch zu denken dass es eben auch die Projektarbeit von Ärzte und Grenzen unterstützt.
00:15:15: Es ist schon sehr motivierende und auf jeden Fall auch ein Grund warum ich jedes Mal wieder gerne dabei bin.
00:15:20: Das klingt echt nach Spaß.
00:15:21: Meine Generationen sind mit Landpartys im Keller aufgewachsen und ich stelle mir das ein bisschen weniger nördig vor, es hilft sogar Menschen!
00:15:29: Das ist mega, richtig cool.
00:15:31: Ja, es macht total Spaß und man muss sich auch gar keine Sorgen machen, irgendwas falsch zu machen.
00:15:36: Alles wird am Ende immer noch mal von Expertinnen validiert bevor es final freigegeben wird.
00:15:41: Was meinst du denn genau mit final freigegeben?
00:15:44: Wo und wie fließen eure Mapping-Daten eigentlich ein?
00:15:47: Kann ich das online machen oder ... muss man quasi live dabei sein.
00:15:52: Also, es geht beides.
00:15:53: Wir haben Live-Mapartons vor Ort und aber auch Online-Mappartons.
00:15:58: Und zur Freigabe noch mal.
00:15:59: also final freigegeben bedeutet das die Kartierungsarbeiten komplett überprüft werden nach dem Mapparton.
00:16:06: Das heißt eine Person der Validator oder die Validatoren überprüfte alle Daten, die wir eingetragen haben und dann sind sie freigegeben.
00:16:14: teilweise findet noch eine weitere Validierung dann vor Ort in den Projekten statt.
00:16:19: Wenn all das korrekt ist, werden die Daten direkt OpenStreetMap gespeichert.
00:16:23: Was ich noch dazu sagen kann, ist dass je mehr man kartiert desto mehr Erfahrung sammelt man und man kann auch selbstständig validator oder validatoren werden wenn man das möchte.
00:16:34: also man kann quasi aufsteigen
00:16:36: Genau.
00:16:37: Vielleicht noch mal als einfach ganz praktisch, also ich habe mein Team betreut für das eine Karte im Chart von der Stadt erstellt wurde wo wir auch genau wissen wollten wie sieht denn die Struktur aus?
00:16:45: Wo sind die Häuser?
00:16:46: Wir wollten da von Haus zu Haus Impfkampagne durchführen und da haben wir uns auf das Projekt besonnen sozusagen und haben das Kartografieren lassen in der Entfernung Und dann vor Ort auch noch immer wieder guckt okay Wie viele Stockwerke haben die Häuser?
00:17:00: Also eher im Stadtzentrum waren es so zwei bis drei geschossige Häuser und dann ähnlich auch wie in Städten, Europa oder anderen Regionen der Welt.
00:17:08: Dann ist dann die Häuse flacher zu einem Ränder der Stadt hin und dann haben wir ein Team gehabt was dann stichprobenartig zu den Häusern gegangen ist und gefragt ist, wie viel Leute leben denn hier?
00:17:20: Und daraus noch auf die Karte rauf.
00:17:22: eine Bevölkerungsstruktur konnten wir dann rauslegen und konnten damit sehr detailliert Auch letztendlich sagen, wie viele Leute da leben und konnten dadurch diese Impfkampagne extrem gut vorbereiten.
00:17:33: Und haben auch ein sehr gutes Ergebnis bekommen zu sehen, wie viel wir dann erreicht haben?
00:17:37: Weil man natürlich statistisch gucken kann, theoretisch leben da jetzt sieben Leute in einem Haus.
00:17:43: Dann statistisch müssten es soviel Erwachsenen sein, soviele Kinder
00:17:46: etc.,
00:17:47: und dadurch dass wir die Teams vor Ort hatten, konnten wir diese statistischen Zahlen dann halt wirklich mit der Realität abbilden.
00:17:54: uns sind da sehr, Dicht dran gekommen.
00:17:56: Das war auch total spannend mit den lokalen Autoritäten zu sprechen, weil die natürlich so eine Erhebung auch nicht hatten in der Region und dadurch einen Einblick bekommen haben nochmal auf die Bevölkerung, die für die auch total nützlich waren über dieses medizinische hinaus für die Zukunft.
00:18:12: Ja das denke ich mir auch.
00:18:13: also da sind ja so wichtige Informationen, die man dann auch über den Einsatz und über die Kampagnen hinaus dann noch richtig wertvoll verwenden kann.
00:18:22: Ich hab mal versucht so eine App runterzuladen, ich habe so ein kleines Febel für Kennzeichen ist egal.
00:18:28: Und das ist so ne App.
00:18:29: da kann man so Kennzeichensammeln also dann gehst du quasi im Prinzip durch Deutschland wenn du so willst oder durch Deutschland Österreich und der Schweiz.
00:18:37: Und dann sammelt man so Kennzeichen, und manche sind halt besonders selten zum Beispiel WES für Wesel oder so in Nordrhein-Westfalen.
00:18:43: Da bin ich schon technisch daran gescheitert diese App runterzuladen.
00:18:47: Das heißt meine technischen Fertigkeiten sind wirklich sehr begrenzt.
00:18:50: Ich frage mich was für Technik Skills muss ich denn mitbringen um beim Mapathon mit zu machen?
00:18:55: Reichen meine oder muss man da so ein bisschen fitter sein?
00:19:00: Ich würde sagen, dass jeder damit machen kann und das Schöne ist ja, dass wir unterstützen.
00:19:05: Wir erläutern das immer am Anfang und es gibt Raum während des Mappatons der über zwei bis drei Stunden geht.
00:19:13: Dass wir auch nochmal auf die einzelnen Personen zugehen können und ihnen das erläutern können wie es genau geht.
00:19:19: Personen die teilnehmen, die es sehr schnell verstehen und Personen, die noch mal ein bisschen mehr Zeit brauchen.
00:19:24: Aber am Ende verstehen's eigentlich immer alle beziehungsweise kommen alle technisch damit zu Recht.
00:19:29: Und ich würde auch sagen dass das technische gar nicht die Herausforderung ist bzw.
00:19:34: wirklich sehr niedrigschwellig ist, weil wir es mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung erläutern und man braucht nur ein Laptop und eine Maus um damit umgehen zu können.
00:19:44: Je öfter man mitmacht und kartiert das so besser wird man auch darin vor allen Dingen die Satellitenbilder zu lesen.
00:19:49: Das ist die große Herausforderung dabei, weil natürlich alle Gebiete... unterschiedlich aussehen und man erstmal so ein bisschen Gefühl für die Satellitenbilder bekommen muss.
00:19:58: Und das macht aber auch total Spaß, ist verbindend weil man gemeinsam diskutieren kann und auswerten kann und sich gegenseitig unterstützen kann in der Runde und dann auch ja in der runde gemeinsam mit allen anderen Mapperinnen diskutiert ob es jetzt ein Haus ist oder was das sein könnte und versucht das gemeinsam rauszufinden.
00:20:18: Zur Beruhigung auch nochmal, wenn es dann total kompliziert wird.
00:20:20: Das gibt's natürlich manchmal auch, dass wir sehr schwierige Fälle haben.
00:20:24: Dann kommen ja auch unsere Expertinnen ins Spiel.
00:20:25: also man kann in diesem Hot-Tasking Manager den ich am Anfang erwähnt habe Notizen reinschreiben und das vermerken und dann gucken sich die Expertinnen und die Validatorinnen sich die Einzelnen... kacheln auch noch mal an und können da Kommentare zu geben.
00:20:40: Also man kann auch richtig was dabei lernen, und was man auch nicht vergessen darf.
00:20:45: das finde ich auch immer sehr wichtig zu betonen beziehungsweise dass es einfach auch etwas total schönes an dem Mappaton ist, dass wir immer am Ende des Mappatons eine konkrete Zahl an Gebäuden markiert haben und das teilen wir dann immer den Mapperinnen am ende mit.
00:20:59: und zum Beispiel nochmal um auf die demokratische Republik Kongo zurückzukommen wo wir gemapped haben.
00:21:05: Da haben wir an dem Abend neuntausend siebenhundert Gebäude ungefähr gemappt und das ist auf jeden Fall schon mal sehr, sehr viel.
00:21:12: Das war ein großer Erfolg!
00:21:13: Und wenn man sich überlegt dass mindestens eine Person in jedem dieser Gebäule lebt beziehungsweise meistens ja auch Familien was Christian ja auch schon meinte sind oft mehr Stöcke Gebä- Gebäute Ja, meistens sind es dann Familien.
00:21:24: Und dann kann man ungefähr errechnen, dass wir den Lebensmittelpunkt von ungefähr dreißigtausend bis fünfzigtausenden Menschen auf der Karte markiert haben und damit eine bessere Voraussetzung schaffen, damit wir sie mit unserer medizinischen Nothilfe erreichen können.
00:21:38: Das ist schon sehr motivierend nicht nur für die Menschen, die mitmachen sondern auch für mich selber.
00:21:43: Also ich muss sagen, mich hast du auch... catcht quasi, weil das motiviert nicht auch total.
00:21:48: Und ich glaube es ist echt... man kann viel dabei lernen und tut irgendwie was cooles, was Sinnstiften ist.
00:21:54: Wir haben eh alle so eine hohe Bildschirmzeit, warum verwandeln wir nicht unsere?
00:21:58: Also weg von sinnlosem Skrollen zu irgendwie sinnvollen Mappen.
00:22:03: Wann kartiert ihr denn das nächste Mal?
00:22:04: Ich glaube, ich hab Bock!
00:22:05: Ich wär gern dabei.
00:22:06: Ja total gerne!
00:22:07: Wir kartieren das nächste mal im Juni.
00:22:10: da sind wir vor Ort in Stuttgart im Rahmen unserer Freilichtausstellung also kommt gerne vorbei wenn ihr in Stutgart oder Umgebung lebt und im Juli geht es dann online weiter und wir mapen ungefähr einmal im Monat gemeinsam und anmelden.
00:22:22: dazu kann man sich auf unsere Webseite.
00:22:25: Man kann auch jederzeit alleine mapen alleine kartieren und dabei stehen wir auch beraten zur Seite, also man kann uns per E-Mail kontaktieren.
00:22:33: Und dann können wir auch Beraten welches Projekt jetzt gerade am wichtigsten ist zu mapen und unterstützen.
00:22:39: Wir bieten auch für Universitäten, Schulen und Organisationen Mapartons an zum Beispiel als Teil des Geographieunterrichts oder zum Beispiel da unterstützen wir auch sehr gerne.
00:22:51: Und weil du ja erwähnt hattest, so anstatt am Handy zu scrollen könnte man ja auch sowas machen.
00:22:56: das erwähnen manche unserer Mapper in auch regelmäßig dass sie zum Beispiel wenn sie an der Kasse stehen und warten müssen dass die dann schauen und auf dem Handy kurz kartieren.
00:23:04: also sowas ist auf jeden Fall auch möglich und hilft uns total weiter.
00:23:09: Also gerne das umsetzen!
00:23:11: Ja das geht
00:23:12: Also okay, weil ich... also auch so kurzfristig ist.
00:23:15: Das finde ich total interessant.
00:23:16: dass du auch gesagt hast das man es auch ein bisschen alleine machen kann.
00:23:18: Man muss nicht auf den gemeinsamen Termin sozusagen warten sondern kann halt auch an der Supermarktkasse mit mapen oder kattieren.
00:23:25: Das find ich richtig richtig geil!
00:23:26: Ich bin auf jeden Fall hooked und ich werde mitmachen.
00:23:29: für alle die es genauso interessiert packen wir alle Infos natürlich in die Show Notes.
00:23:33: meldet euch in jedem fall wenn ihr noch Fragen habt oder mitmachen möchtet.
00:23:38: quasi noch ein doller Empfehlen, als Annika es eh schon getan hat.
00:23:41: Das war wirklich ein richtig toller neuer Einblick in die humanitäre Nothilverarbeit von Ärzte ohne Grenzen.
00:23:46: liebe Annika!
00:23:47: Vielen Dank dass du uns heute in der Welt der Kartenerstellung mitgenommen hast.
00:23:50: ich bin wie gesagt fern und ich werde mich jetzt gleich anmelden.
00:23:54: Super und auch von mir.
00:23:55: lieben dank Annika das du heute da warst und einfach total spannend erzählt hast über diese Möglichkeit Ärzten oder Grenzen anders zu unterstützen als finanzielle.
00:24:03: Danke für die Einladung mir jetzt auch sehr Spaß gemacht.
00:24:06: Genau, und Anna hat es ja schon gesagt.
00:24:07: Meldet euch bei uns.
00:24:08: wenn ihr mehr zu unseren Mapartons wissen wollt schreibt uns in die Kommentare oder unter notaufnahme-ärzte ohne minusgrenzen.de.
00:24:17: Wie immer wir freuen uns sehr über eure Anregungen.
00:24:20: Die Mehladresse packen wir euch auch nochmal in die Show Notes Genauso wie die Links und alle Informationen zur den Maparton.
00:24:25: sehr empfehlung Kann ich euch natürlich auch unser YouTube Account.
00:24:29: dort findet ihr viele sehr verschiedene Infos über unsere medizinische Nothilfearbeit.
00:24:34: Und wenn ihr weiter auf dem Laufenden bleiben wollt.
00:24:37: Das nächste Mal hört ihr uns schon in zwei Wochen, da gibt es dann nämlich die nächste Folge unseres Videopodcasts fünf Minuten Notaufnahme Deine Dosis Wissen mit unserer Kollegin Patricia.
00:24:47: und wenn ihr euch dafür interessiert was sonst so los ist bei Erzzone Grenzen dann schaut doch mal auf dem Instagram Account at erztonegrenzen rein.
00:24:54: Da könnt ihr Fragen stellen oder euch informieren.
00:24:56: Und wenn ihr keine folge verpassen wollt Dann folgt uns doch gerne auf Spotify Apple Podcast Oder wo auch immer ihr uns gerade hört.
00:25:02: Vielen Dank Annika.
00:25:03: das war's jetzt Tschüss
00:25:25: Tschüss.